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Audi Abgasskandal: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Seit Sommer 2019 ist klar, wie tief die Audi AG in den Abgasskandal um manipulierte Diesel-Pkw verstrickt ist. Sie war keineswegs nur passive Teilnehmerin, indem manipulierte Motoren der Volkswagen AG eingesetzt wurden. Nein, Audi hat auch selbst unzulässige Abschalteinrichtungen entwickelt und in seinen selbst entwickelten Motoren verwendet.

Millionen Autofahrer haben Post vom KBA bekommen und werden damit darauf hingewiesen, dass ihr Audi ein Software-Update bekommen muss. Hinzu kommen Fahrverbote für ältere Diesel. Wie können sich betroffene Audi-Kunden wehren? Was genau wird Audi vorgeworfen? Und kann man seinen betroffenen Audi zurückgeben? Diese und viele weitere Fragen beantworten wir Ihnen auf dieser Seite.

Wann wurde der Abgasskandal bei Audi bekannt?

Im September 2015 wird der VW-Abgasskandal bekannt – damit ist auch Audi verwickelt, denn diverse Audi-Modelle nutzen den von VW produzierten Motor EA189, der zum Hauptbeschuldigten wird. Zunächst streitet Audi jegliche Eigenverantwortung ab und schiebt die ganze Schuld auf Volkswagen. Doch schnell wird klar: Auch die von Audi selbst produzierten größeren 3.0 und 4.2 Liter Modelle verfügen über unzulässige Abschalteinrichtungen. Im Sommer 2019 wird schließlich bekannt, dass Audi gar die führende Kraft im Konzern ist, wenn es um das Manipulieren der Abgasreinigung geht. Zudem soll die VW-Tochter bereits seit Anfang der 2000er Jahre geschummelt haben.

Eine ausführliche Chronik finden Sie hier:

Chronik des Audi Abgasskandals

 

Welche Audi Modelle sind vom Abgasskandal betroffen?

Dadurch, dass sowohl kleinere, als auch größere Motoren betroffen sind, dazu sowohl Fahrzeuge mit Euro 4, als auch solche mit Euro 5 und sogar mit Euro 6 Abgasnorm, trifft es diverse Modelle. Das reicht von kleineren Modellen wie dem A1, dem A4, dem Q3 oder dem TT bis hin zu den Flaggschiffen A6, A8, Q7 oder SQ5.

Hier haben wir für Sie eine Übersicht der im Abgasskandal betroffenen Audi Modelle zusammengestellt:

Betroffene Audi Modelle

 

Welche Audi Diesel sind zurückgerufen worden?

Die Rückrufaktionen im Audi Dieselskandal lassen sich in zwei große Gruppen einteilen. Zunächst lief unter dem Code 23Q7 ein Rückruf für hunderttausende kleinere Audi-Modelle, die den Motor EA189 nutzten. In der Folge kam es regelmäßig zu neuen Rückrufen, zusammengefasst unter dem Code 23X6. Hiervon sind die größeren 3.0 und 4.2 Liter Modelle betroffen. Die Rückruf-Datenbank des Kraftfahrt-Bundesamtes führt dutzende Aktionen für Audi-Diesel auf, die alle aufgrund von unzulässigen Abschalteinrichtungen ein Software-Update benötigen, um weiter legal gefahren werden zu können.

Alle bisher verpflichtend zurückgerufenen Modelle finden Sie hier:

Rückrufe im Dieselskandal

 

Welche Audi Motoren sind vom Dieselskandal betroffen?

Ursprünglich ging es im Abgasskandal um den von VW entwickelten Motor EA189. Dieser kam auch bei Audi in diversen Modellen zum Einsatz. Inzwischen ist klar, dass auch der Nachfolgemotor EA288, der ebenfalls bei Audi eingesetzt wird, über eine unzulässige Abschalteinrichtung verfügt. Zudem wurde in der Zwischenzeit bekannt, dass auch die von Audi selbst entwickelten 3.0 und 4.2 Liter Motoren (auch bekannt als EA896, EA897 und EA898) manipuliert worden sind.

 

Sind auch Benziner vom Abgasskandal betroffen?

Im Sommer 2020 wurde bekannt, dass die Schummelei von Audi tatsächlich nicht auf Diesel-Pkw beschränkt ist, sondern auch Benziner erfasst hat. Aus Gutachten und internen Dokumenten geht hervor, dass auch Benziner von Audi über eine Zykluserkennung verfügen sollen und zwar in Form einer Lenkwinkelerkennung. Ist das Lenkrad weniger als 15 Grad eingeschlagen, erkennt das Auto, dass es sich auf dem Prüfstand befindet und nutzt ein Warmlaufprogramm, um den Stickoxidausstoß zu reduzieren.

Weitere Informationen:

Der Benziner Abgasskandal

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Was hat es mit dem Software-Update auf sich?

Wie andere Hersteller auch, musste die Audi AG für diverse Modelle ein Software-Update entwickeln. Mit diesem sollen die unzulässigen Abschalteinrichtungen entfernt und die Autos wieder in einen legalen Zustand versetzt werden. Die Durchführung des Updates dauert nur etwa eine halbe Stunde und ist für die Kunden kostenlos. Dennoch ist Vorsicht geboten. Denn Fahrer, deren Wagen das Update bereits bekommen hat, berichten von einem erhöhten AdBlue-Verbrauch oder einer nachlassenden Leistung. Auch von versotteten AGR-Ventilen wird berichtet.

Ausführliche Informationen zum Software-Update, auch zu Erfahrungen von Betroffenen, finden Sie hier:

Das Diesel Software Update

 

Was bedeutet das Schreiben, das ich von Audi bzw. dem KBA bekommen habe?

Mit dem Schreiben werden Sie informiert, dass sich auch in Ihrem Wagen eine unzulässige Abschalteinrichtung befindet und es deshalb ein Software-Update bekommen muss. Es kann sich bei der Maßnahme jedoch auch um eine freiwillige Aktion handeln. Ob das Update verpflichtend ist, erkennen Sie an den Formulierungen. Droht bei Nichtbefolgen der Einladung eine Stilllegung, so wird in dem Schreiben darauf hingewiesen – in dem Fall handelt es sich um einen Pflicht-Rückruf.

 

Erleidet mein Auto einen Wertverlust aufgrund des Skandals?

Leider ist davon auszugehen, dass nahezu jeder Diesel im Zuge des Abgasskandals an Wert verloren hat. Das liegt an verschiedenen Faktoren. Generell ist das Vertrauen in den Diesel gesunken. Fahrverbote für ältere Diesel sorgen dafür, dass die Autos an Attraktivität verlieren. Muss das Auto ein Update bekommen, was noch nicht geschehen ist, droht die Stilllegung – wer möchte so ein Auto schon kaufen? Wurde das Update dagegen durchgeführt, muss mit einem hohen AdBlue-Verbrauch, einer nachlassenden Leistung und anderen Problemen gerechnet werden.

 

Wie hilft mir die Hardware Nachrüstung?

Im Gegensatz zum Software-Update hat sich bei der Hardware-Nachrüstung deutlich gezeigt, dass die Autos dadurch sauberer werden. Zudem hat die Nachrüstung einen weiteren großen Vorteil: Entsprechend nachgerüstete Euro 5 Diesel sind von den Fahrverboten ausgenommen. Allerdings ist die Nachrüstung nicht kostenlos, wie das Software-Update. Ganz im Gegenteil: Sie kostet mindestens 3.000 Euro.

Ausführliche Infos zur Diesel Hardware Nachrüstung:

Hardware-Nachrüstung

 

Zahlt Audi für die Nachrüstung?

Audi hat sich, wie einige andere Hersteller auch, bereit erklärt einen Zuschuss von bis zu 3.000 Euro zu gewähren. Dieser ist allerdings an viele Bedingungen geknüpft, so dass längst nicht alle Autofahrer in den Genuss kommen. So ist eine der Voraussetzungen, dass der Fahrzeughalter in einer Stadt wohnen muss, die von der Bundesregierung als Intensivstadt mit besonders schlechter Luft eingestuft wurde. Berlin gehört hier beispielsweise nicht dazu und das, obwohl es in der Stadt ein Fahrverbot gibt.

 

Wie kann ich Schadensersatz für meinen Audi Diesel bekommen?

Befindet sich in Ihrem Audi eine unzulässige Abschalteinrichtung, haben Sie Anspruch auf Schadensersatz. Nach einem entsprechenden rechtskräftigen Urteil können Sie das manipulierte Fahrzeug an Audi zurückgeben und bekommen im Gegenzug den Kaufpreis, abzüglich einer Nutzungsentschädigung für die bereits gefahrenen Kilometer, erstattet. In aller Regel ergibt sich dadurch ein großer wirtschaftlicher Vorteil gegenüber einem Verkauf des Wagens.

Alle Infos zu Schadensersatz für Ihren manipulierten Audi bekommen Sie hier:

Diesel Schadensersatz

 

Gibt es Urteile gegen die Audi AG?

HAHN Rechtsanwälte gehört zu den erfolgreichsten Kanzleien im Kampf um Schadensersatz für betrogene Audi-Kunden. Unter anderem konnten wir das erste rechtskräftige Urteil eines Oberlandesgerichts im Abgasskandal um manipulierte 3.0 Liter Audis erreichen. Auch am OLG Naumburg wurde die Audi AG bereits verurteilt. Ebenso am OLG Düsseldorf, wobei es sich hier beim streitgegenständlichen Wagen um einen Porsche Cayenne handelte. Da der Motor jedoch von der Audi AG entwickelt worden war, wurde diese zu Schadensersatz verurteilt.

Urteile gegen Audi, VW und Porsche

 

Wie stehen meine Chancen auf Entschädigung?

Ähnlich wie bei VW entwickelt sich auch die Rechtsprechung im Audi Abgasskandal. Immer mehr Gerichte und in einem weiteren Schritt auch Oberlandesgerichte sprechen geschädigten Audi-Fahrern Schadensersatz zu. Die Chancen werden immer besser, speziell seitdem es in 2020 die ersten positiven Urteile auf der Ebene der Oberlandesgerichte gab.

 

Wie kann ich meinen Audi Diesel zurückgeben?

Die Rückgabe eines betroffenen Audis ist im Zuge einer erfolgreichen Schadensersatzklage möglich. Gegen Rückgabe des Fahrzeugs erhalten Sie den Kaufpreis (abzüglich einer Nutzungsentschädigung) erstattet. Auch, wenn Sie den Wagen finanziert haben, ist eine Rückgabe eventuell möglich. Nämlich dann, wenn Sie nicht ordnungsgemäß über Ihr Widerrufsrecht belehrt worden sind, wie es bei sehr vielen Autokreditverträgen der Fall war. Als Konsequenz können Sie den Vertrag nach wie vor widerrufen. Die Folge ist, dass der Audi zurückgegeben werden kann und Sie den Kaufpreis und bereits geleistete Raten erstattet bekommen.