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BMW Rückruf im Diesel Skandal

Auch BMW vom Abgasskandal betroffen

Tausende Autofahrer sind vom BMW Rückruf betroffen. Was tun, um den Wertverlust auszugleichen?


BMW Rückruf im Diesel Skandal

Vom BMW Rückruf sind etwa 11.000 Fahrzeuge betroffen. Doch die Vermutung liegt nahe, dass auch weitere Fahrzeuge von BMW über eine unzulässige Abschalteinrichtung verfügen und früher oder später zurückgerufen werden.

Der BMW Rückruf im Diesel Skandal – war das schon alles?

Spätestens seit dem Frühjahr 2018 ist klar – auch BMW hat die Abgasrückführung einiger Dieselmodelle manipuliert und muss diese deshalb im Rahmen eines Rückrufs in die Werkstätten holen. Mit Rückrufen kennt sich BMW bestens aus, haftet dem Autobauer doch der Ruf des Rückrufkönigs an. Im Zuge des Dieselskandals hat das Kraftfahrt-Bundesamt einen Rückruf für die Modelle M550d und 750d angeordnet – insgesamt sind etwa 11.000 Fahrzeuge betroffen. Laut KBA wurde der Rückruf angeordnet, weil eine falsche Software die Abgasreinigung manipuliert. BMW selbst spricht von einem handwerklichen Fehler. Es sei angeblich aus Versehen die falsche Software aufgespielt worden. Doch zahlreiche weitere Modelle, darunter der X1 und der X5 sind mit stark erhöhten Schadstoffwerten bei Tests auf der Straße aufgefallen. Der Verdacht, dass auch hier eine unzulässige Abschalteinrichtung verbaut wurde, liegt also nicht fern.

So läuft der Rückruf bei BMW ab

Betroffene Autofahrer erhalten Post von BMW und werden gebeten, mit ihrer Werkstatt einen Termin auszumachen, wenn ihr Fahrzeug vom Rückruf betroffen ist. Bei diesem wird das Software-Update aufgespielt, das die unzulässige Abschalteinrichtung entfernen soll. Das Ganze ist für die Kunden kostenlos, hat aber dennoch nicht nur Vorteile. Denn die Software-Updates, die im Rahmen des Abgasskandals auf mehrere Millionen Autos (unter anderem auch bei Mercedes und VW) aufgespielt werden sollen, sorgen bei einigen Autofahrern für Unzufriedenheit. So wird von einem erhöhten Spritverbrauch und einer nachlassenden Leistung berichtet. Sofern Sie die Möglichkeit haben, das Update abzulehnen, raten wir Ihnen dazu. Dies ist bei einer freiwilligen Maßnahme möglich. Den Pflichtrückruf müssen Sie leider wahrnehmen, da sonst die Stilllegung des Fahrzeugs droht. In jedem Fall können Sie uns kontaktieren und unser Angebot einer kostenfreien Erstberatung nutzen, um sich über Ihre Rechte rund um den Rückruf im BMW Abgasskandal zu informieren.

BMW und die Hardwarenachrüstung

Anfang Oktober hat das KBA für zahlreiche BMW Diesel Modelle die Hardwarenachrüstung freigegeben. Doch BMW stellt sich hier äußerst stur. Im Gegensatz zu Daimler und VW, die sich jeweils an den Kosten beteiligen wollen, verweigert sich BMW hier komplett. Wer die Hardwarenachrüstung für seinen BMW Diesel möchte, der muss diese vollständig aus der eigenen Tasche zahlen. Die Kosten liegen bei mindestens 3.000 Euro. Und nicht nur das. Weiterhin weigert sich BMW sogar, die Nachrüstung in den eigenen Werkstätten vorzunehmen – sogar, wenn die Kunden bezahlen. Einige Mercedes Werkstätten haben sich inzwischen bereit erklärt, die Nachrüstung bei BMW Modellen durchzuführen. Nachgerüstet werden können zahlreiche BMW Diesel Modelle: 116, 118, 120, 123, 125, 218, 220, 225, 316, 318, 320, 325, 418, 420, 425, 520, 525, 1er Reihe, 3er Reihe, 5er Reihe, sowie der X, X1, X3 und X5.

Der große Vorteil der Hardwarenachrüstung ist, dass damit Fahrverbote umgangen werden können. Denn die Bundesregierung hat festgelegt, dass entsprechend nachgerüstete Fahrzeuge, wenn nachgewiesen werden kann, dass sie maximal 270 Milligramm Stickoxid pro Kilometer ausstoßen, nicht mehr von Diesel Fahrverboten betroffen sein werden. Insofern ist dies zum Beispiel für in Stuttgart ansässige Fahrer eine interessante Option. Doch 3.000 Euro sind happig….

Ihre Möglichkeiten im BMW Abgasskandal

Sie ärgern sich, dass BMW sich noch nicht einmal an den Kosten für eine Hardwarenachrüstung beteiligt und weiterhin davon spricht, nur einen handwerklichen Fehler begangen zu haben? Dann lassen Sie uns helfen. Nutzen Sie unsere kostenfreie und unverbindliche Erstberatung, um zu erfahren, welche Rechte Sie im BMW Abgasskandal haben und wie Sie sich bei den BMW Rückrufen am besten verhalten sollten.

Denn viele BMW Diesel Fahrer haben Optionen und müssen den Skandal nicht hilflos über sich ergehen lassen. So besteht beim Vorhandensein einer unzulässigen Abschalteinrichtung (nachgewiesen durch einen Rückruf) ein Anspruch auf Schadensersatz. Bei erfolgreicher Durchsetzung geben Sie den manipulierten BMW zurück und erhalten dafür Ihren Kaufpreis erstattet. Auch, wenn das Gericht Ihnen eine Nutzungsentschädigung anrechnet (was unserer Auffassung nach nicht abgemessen wäre) erhalten Sie in der Regel eine klar höhere Rückzahlung, als der Wert, den Sie bei einem Verkauf des Autos generieren könnten.

Im Frühjahr 2020 erging das erste Urteil gegen BMW im Abgasskandal. Das Landgericht Düsseldorf verurteilte BMW zur Zahlung von Schadensersatz. Der Hersteller habe den Kläger vorsätzlich und sittenwidrig getäuscht und mit dem Thermofenster eine unzulässige Abschalteinrichtung genutzt.

Viele Verbraucher haben zudem noch eine weitere Möglichkeit. Wer seinen BMW nämlich finanziert hat und diese Finanzierung direkt vom Verkäufer vermittelt bekommen hat, der kann den Widerrufsjoker ausspielen. Bei Fehlern im Vertrag kann dieser nämlich noch Jahre später widerrufen werden. Ergebnis: Das Auto geht an die Bank zurück und Sie erhalten Anzahlung und Raten erstattet. Aus eigener Erfahrung können wir sagen, dass gut 90% aller Autokreditverträge erhebliche Fehler enthalten und noch immer widerrufen werden können.

Umfassende Informationen zu unzulässigen Abschalteinrichtungen, betroffenen Marken und Ihren Rechten finden Sie in unserem Abgasskandal Ratgeber.