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Leasingvertrag widerrufen und kostenlos Auto fahren

Finanzieller Vorteil gegenüber einer Kündigung

Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass über die Hälfte aller Leasingverträge, die seit dem 11. Juni 2010 abgeschlossen worden sind, noch immer widerrufen werden kann. Grund hierfür sind fehlerhafte Angaben beispielsweise zur Widerrufsbelehrung. Die Leasingnehmer genießen in diesen Fällen ein sogenanntes ewiges Widerrufsrecht. Ergebnis eines erfolgreichen Widerrufs: Sie geben das Fahrzeug zurück und erhalten alle gezahlten Leasingraten erstattet. Bei neueren Verträgen ab 2014 gilt, dass Sie sich nicht einmal eine Nutzungsentschädigung für die gefahrenen Kilometer anrechnen lassen müssen. Das heißt, dank des Widerrufs sind Sie kostenfrei Auto gefahren.


So können Sie Ihren Leasingvertrag widerrufen

Die Widerrufsfrist von Leasing-Verträgen beträgt 14 Tage. Innerhalb dieser Zeit haben Verbraucher die Möglichkeit, den Vertrag zu widerrufen. Nach Ablauf dieser Frist ist ein Widerruf eigentlich nicht mehr möglich. Doch unter bestimmten Voraussetzungen genießen Verbraucher ein Widerrufsrecht auch über diese Widerrufsfrist hinaus. Das ist dann der Fall, wenn die Widerrufsbelehrung fehlerhaft war. Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass dies auf einen großen Teil aller Autokredit- und Leasingverträge zutrifft. Leasinggebern sind dabei verschiedene Fehler unterlaufen. Diese führen dazu, dass die Widerrufsfrist gar nicht erst zu laufen beginnt. Ein Widerruf ist in diesen Fällen auch Jahre, nachdem Sie den Vertrag geschlossen haben möglich. Folge eines Leasing-Widerrufs ist die Rückabwicklung. Das heißt, Sie können das Auto zurückgeben und erhalten alle bereits gezahlten Leasingraten und weitere eventuell getätigte Zahlungen erstattet. Zukünftige Leasingraten müssen Sie natürlich auch nicht mehr leisten. Zu prüfen ist zudem, ob Sie sich eine Nutzungsentschädigung für gefahrene Kilometer anrechnen lassen müssen. Bei neueren Verträgen, die nach Juni 2014 geschlossen worden sind, wird eine solche Nutzungsentschädigung regelmäßig nicht abgezogen. In dem Fall sind die Kunden den Wagen jahrelang umsonst gefahren!

Fehlerhafte Widerrufsbelehrungen und weitere Gründe

Es gibt zahlreiche verschiedene Fehler, die dazu führen, dass die Widerrufsfrist nicht zu laufen beginnt und ein Widerruf des Leasingvertrags auch nach Jahren noch möglich ist. Es lohnt sich daher, den Leasingvertrag von einem erfahrenen Rechtsanwalt prüfen zu lassen. Denn für Laien sind diese Fehler oft sehr schwer zu erkennen. Auf den ersten Blick mag die Formulierung korrekt klingen, doch Fachanwälte für Bank- und Kapitalmarktrecht wissen, worauf sie zu achten haben.

Fehler, die einen späteren Widerruf des Leasingvertrags möglich machen können sind beispielsweise:

  • Im Leasingvertrag heißt es fälschlicherweise, dass bei einem Widerruf für die Zeit zwischen Übergabe und Rückgabe des Fahrzeugs Zinsen zu zahlen sind.
  • Der Leasingvertrag enthält einen Kaskadenverweis, beispielsweise in dem auf den § 492 BGB hingewiesen wird. Wie im nächsten Absatz ausführlich erläutert, hat der Europäische Gerichtshof einen solchen Verweis als nicht ausreichende Widerrufsbelehrung der Kunden deklariert.

Es gibt noch weitere Fehler, die zu der Möglichkeit führen, den Leasingvertrag auch Jahre nach seinem Abschluss zu widerrufen. gerne prüfen wir kostenfrei auch Ihren Vertrag und teilen Ihnen mit, ob auch Sie einen solchen Widerruf noch heute nutzen können, um sich von Ihrem Leasing zu lösen.

Europäischer Gerichtshof bestätigt Widerrufsmöglichkeit

Mit einem Urteil vom 26. März 2020 hat der EuGH die Rechte von Verbrauchern, die sich für einen Leasing-Widerruf interessieren, weiter gestärkt. Denn nach dem EuGH-Urteil mit dem Aktenzeichen C-66/19 werden Verbraucher, deren Kreditverträge auf den § 492 Absatz 2 BGB hinweisen und damit einen Kaskadenverweis beinhalten, nicht in klarer und prägnanter Form über ihr Widerrufsrecht belehrt. Es handelt sich also damit um einen Fehler, der den betroffenen Verbrauchern das ewige Widerrufsrecht ermöglicht. In der Regel findet sich in Kreditverträgen oder Leasing-Verträgen folgende Formulierung:

"Der Leasingnehmer kann seine Vertragserklärung innerhalb von 14 Tagen ohne Angabe von Gründen widerrufen. Die Frist beginnt nach Abschluss des Vertrags, aber erst, nachdem der Leasingnehmer alle Pflichtangaben nach § 492 Abs. 2 BGB (z.B. Angabe zur Art der entgeltlichen Finanzierungshilfe, Angabe zum Anschaffungspreis, Angabe zur Vertragslaufzeit) erhalten hat."

Der EuGH sieht in dem Verweis auf den Paragraphen 492, der seinerseits auf weitere Paragraphen verweist, keine ordnungsgemäße Aufklärung der Verbraucher über ihr Widerrufsrecht. Das Landgericht Saarbrücken hatte sich in einem Vorabentscheidungsersuchen an den EuGH gewandt, um die Frage des Kaskadenverweises zu klären. Das Ergebnis ist positiv für betroffene Verbraucher, die ihren Leasingvertrag widerrufen möchten.

Die finanziellen Vorteile beim Widerruf eines Leasingvertrags

Nutzen auch Sie Ihr Widerrufsrecht und widerrufen Sie Ihren Leasingvertrag! Die finanziellen Vorteile sind nicht von der Hand zu weisen. Denn bei einem erfolgreichen Widerruf können Sie das Auto zurückgeben und bekommen im Gegenzug alle gezahlten Raten erstattet.

Zu prüfen ist zudem, ob Sie sich eine Nutzungsentschädigung für bereits gefahrene Kilometer anrechnen lassen müssen. Dies ist bei neueren Verträgen, die nach dem Juni 2014 abgeschlossen wurden, in der Regel nicht der Fall. Im Idealfall sind Sie somit das Auto möglicherweise jahrelang umsonst gefahren.

Je nachdem, um welche Art von Leasing es sich handelt, sparen Sie zudem weiter. Beim Kilometer-Leasing müssen Sie normalerweise bei Rückgabe des Fahrzeugs für alle Kilometer zahlen, die Sie über die vereinbarten Kilometer hinaus gefahren sind. Durch den Widerruf entfällt eine solche Zahlung. Beim Restwert-Leasing wird nach der Rückgabe durch einen Gutachter geprüft, wie viel das Auto noch wert ist. Schätzt dieser einen niedrigeren Wert, als ursprünglich vermutet (wenn es sich um einen Diesel handelt, ist dies im Zuge des Dieselskandals leider anzunehmen), dann müssen Sie den Differenzbetrag zahlen. Nicht jedoch bei einem erfolgreichen Widerruf.

Urteil des BGH zum Kilometerleasing

Die Kanzlei HAHN Rechtsanwälte vertritt seit Jahren die im Februar 2021 vom Bundesgerichtshof bestätigte Rechtsauffassung, dass Verbrauchern bei Kilometerleasingverträgen nicht das Widerrufsrecht gemäß § 506 BGB zusteht. Vielmehr haben Verbraucher ein Widerrufsrecht nach der Regelung des § 312g BGB. Der Leasingnehmer hat nur dann kein Widerrufsrecht, wenn er entweder im Rahmen einer Vorbesprechung oder einer Vertragsunterzeichnung einem Mitarbeiter des jeweiligen Leasingunternehmens gegenüber gesessen hat. Zu erkennen ist, dass Mitarbeiter eines vermittelnden Autohauses gerade nicht zugleich Mitarbeiter des Leasingunternehmens sind, so dass dem Verbraucher das Widerrufsrecht gemäß § 312g BGB auch dann zusteht, wenn er persönlichen Kontakt zu einem Mitarbeiter in seinem Autohaus hatte. Handelt es sich also um einen Fernabsatzvertrag, ist der Widerruf auch beim Kilometerleasing weiterhin möglich.

Leasingverträge kündigen?

Die Kündigung eines Leasingvertrags ist nur in den seltensten Fällen überhaupt möglich und dann in der Regel mit einer Schadensersatzzahlung an den Leasinggeber verbunden. Von den finanziellen Vorteilen eines Widerrufs des Vertrags profitieren Sie dabei also nicht. Erfahren Sie hier mehr zur Kündigung eines Leasingvertrages

OLG München verurteilt Sixt zu Rückabwicklung von Leasingvertrag nach Widerruf

Mit Urteil vom 18.06.2020 hat das Oberlandesgericht München die Sixt Leasing SE zur Rückabwicklung eines Leasingvertrags verurteilt (Aktenzeichen: 32 U 7119/19). Der Sixt Leasing steht somit seit Erklärung des Widerrufs (erfolgt am 09.07.2018) kein Anspruch auf die ursprünglich vereinbarten Leasingraten mehr zu. Nach Herausgabe des Fahrzeugs muss Sixt dem Kläger alle bisher gezahlten Raten erstatten und zwar nebst Zinsen in Höhe von fünf Prozentpunkten über dem Basiszinssatz seit dem 30.03.2019 (Rechtshängigkeit). Alleine diese Zinsen belaufen sich dabei auf fast 2.000,00 Euro. Zudem urteilte das Gericht, dass sich der Kläger keinen Nutzungsersatz für gefahrene Kilometer anrechnen lassen muss. Der Kläger hat das Fahrzeug somit über 40.000 Kilometer umsonst gefahren und erhält die Zinsen noch obendrauf.

Bei dem Fahrzeug handelte es sich um einen BMW M140i. Laut Gericht steht dem Kläger aufgrund von widersprüchlichen Angaben zu den Widerrufsfolgen ein Widerrufsrecht zu. Dabei geht es um die Frist der Rückgabe des Leasingobjekts. So heißt es an zwei verschiedenen Stellen im Finanzierungsantrag einmal, dass der Kläger das Fahrzeug bei einem Widerruf spätestens innerhalb von 30 Tagen zurückzugeben hat, während es an anderer Stelle heißt, er müsse es spätestens binnen 14 Tagen zurückgeben.

Die Sixt Leasing habe den Kläger demnach nicht klar und deutlich über die Rechtsfolgen eines Widerrufs informiert.

HAHN Rechtsanwälte hat sich unter anderem auf den Autokredit Widerruf und den Widerruf von Immobiliendarlehen spezialisiert. Unsere Fachanwälte für Bank- und Kapitalmarktrecht wissen, auf welche Formulierungen es in Leasingverträgen ankommt. Wir prüfen Ihren Vertrag im Rahmen einer Erstberatung kostenfrei. So erfahren Sie unverbindlich, ob auch in Ihrem Fall ein Widerruf des Vertrags noch immer möglich ist, obwohl die 14-tägige Widerrufsfrist schon längst abgelaufen wäre. So können Sie gegen Rückgabe des Autos alle bereits getätigten Zahlungen erstattet bekommen, zuzüglich Zinsen und müssen sich dabei eventuell nicht einmal eine Nutzungsentschädigung anrechnen lassen. Dank des Widerrufsjokers ist es so möglich, kostenfrei ein Leasingauto zu fahren. Wurden Sie nicht korrekt über Ihr Widerrufsrecht belehrt oder hat der Leasinggeber andere Fehler gemacht, haben Sie dieses Recht. Nutzen Sie es!

Der Dieselskandal - Wertverlust durch Widerruf vermeiden

Finanziell besonders interessant kann ein Widerruf sein, wenn es sich beim Leasingfahrzeug um einen Diesel handelt, der im Zuge eines Restwertleasings gefahren wurde. Denn hier müssen die Kunden damit rechnen, dass nach Ablauf des Leasings hohe zusätzliche Kosten auf sie zukommen. Diesel Fahrzeuge haben im Zuge des Abgasskandals und von Fahrverboten erheblich an Wert verloren. Möglicherweise kommt der Gutachter zum Ende der Vertragslaufzeit deshalb auf einen viel niedrigeren Wert, als ursprünglich geschätzt. Die Differenz muss der Kunde zahlen. Widerrufen Sie dagegen Ihren Leasingvertrag bekommen Sie nicht nur Ihre Zahlungen erstattet, sondern müssen sich auch um solche Nachzahlungen keine Sorgen machen, denn diese stehen dem Leasinggeber bei einem erfolgreichen Widerruf nicht mehr zu.

Im Abgasskandal auch Schadensersatz bei Leasingfahrzeugen möglich

Apropos Abgasskandal: Schadensersatzansprüche haben auch Leasingnehmer von betroffenen Fahrzeugen. Befindet sich in Ihrem Fahrzeug eine unzulässige Abschalteinrichtung, hat der Autohersteller Sie geschädigt und Sie haben einen Anspruch auf Schadensersatz. Dies trifft nicht nur auf Käufer zu, sondern auch auf Leasingnehmer. Nach einem solchen Urteil können Sie das geleaste Fahrzeug zurückgeben und erhalten im Gegenzug alle bisher geleisteten Zahlungen erstattet. Lediglich eine Nutzungsentschädigung für bereits gefahrene Kilometer müssen Sie sich anrechnen lassen. Ein solches Urteil fällte beispielsweise das Landgericht Mönchengladbach. Der Kläger hatte über die Volkswagen Leasing GmbH einen VW Touareg geleast, der vom Abgasskandal betroffen war. Das Gericht verurteilte sowohl die Volkswagen AG als Hersteller des Wagens, als auch die Audi AG als Herstellerin des Motors zu Schadensersatz. Der erfolgreiche Kläger kann sich deshalb aussuchen, wen er in Haftung nimmt. Solche Schadensersatzansprüche können auch von Unternehmen geltend gemacht werden, die beispielsweise einen Fuhrpark von betroffenen und geleasten Diesel Fahrzeugen unterhalten.