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Die Vorfälligkeitsentschädigung bei der Postbank

Baufinanzierung loswerden ohne Strafzahlung

Bei einer vorzeitigen Kündigung darf die Postbank eine Vorfälligkeitsentschädigung fordern. Sind ihr bestimmte Fehler im Vertrag unterlaufen, ergeben sich für Verbraucher jedoch Möglichkeiten, diese Strafzahlung zu umgehen.


Vorfälligkeitsentschädigung bei der Postbank sparen

Um die Zahlung der Vorfälligkeitsentschädigung an die Postbank zu umgehen, haben viele Verbraucher die Möglichkeit, den Widerrufsjoker zu nutzen. Denn bei einem Widerruf des Kreditvertrags wird die Vorfälligkeitsentschädigung bei der Postbank nicht fällig. Zudem verliert die Postbank bei bestimmten unzureichenden Vertragsangaben ihren Anspruch auf die Zahlung.

Vorfälligkeitsentschädigung bei vorzeitiger Kündigung

Wenn Sie einen Darlehensvertrag mit der Postbank abgeschlossen haben, dann plant diese für den Zeitraum der Sollzinsbindung mit der Einnahme von Zinsen. Wenn Sie den Kreditvertrag nun vorzeitig kündigen, fallen diese Einnahmen weg. Um den Verlust auszugleichen, darf die Postbank deshalb eine Vorfälligkeitsentschädigung von Ihnen fordern. Diese kann mehrere tausend Euro ausmachen. Darlehensnehmer, die ihre Baufinanzierung kündigen möchten, um zu einem neuen Kredit umzuschulden und von den aktuell sehr niedrigen Zinsen zu profitieren müssen diese Vorfälligkeitsentschädigung beachten. Nicht selten schreckt diese von einer vorzeitigen Kündigung ab, so dass lieber weiter die hohen Zinsen des Altvertrags gezahlt werden.

Sollte die Postbank zu Recht eine Vorfälligkeitsentschädigung fordern, kann es sich lohnen, die Höhe zu überprüfen. Denn Verbraucherzentralen haben festgestellt, dass Banken und Sparkassen sich bei der Berechnung oft vertun und ihren Kunden viel zu hohe Beträge in Rechnung stellen. Beispielsweise können zu hohe Bearbeitungsgebühren gefordert werden, Sondertilgungen oder ein eventuell vorhandenes KfW-Darlehen wird nicht berücksichtigt oder die individuelle Risikokostenberechnung wird nicht herausgerechnet.

 

Anspruch auf Vorfälligkeitsentschädigung kann verloren gehen

Normalerweise darf die Postbank, wie oben beschrieben, bei einer vorzeitigen Kündigung oder Ablösung eine Vorfälligkeitsentschädigung von Ihnen fordern. Es gibt jedoch Umstände, unter denen die Bank ihren Anspruch auf diese Zahlung verlieren kann. Das kann bei Verträgen, die nach dem 20.03.2016 abgeschlossen worden sind, möglich sein.

§ 502 BGB sieht nämlich vor, dass der Anspruch auf die Vorfälligkeitsentschädigung ausgeschlossen ist,

"wenn im Vertrag die Angaben über die Vertragslaufzeit, das Kündigungsrecht des Darlehensnehmers oder die Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung unzureichend sind."

Trifft dies auch auf Ihren Vertrag mit der Postbank zu, dann können Sie sich vom Darlehen lösen, ohne dafür eine Vorfälligkeitsentschädigung entrichten zu müssen.

Gerne prüfen unsere Fachanwälte für Bank- und Kapitalmarktrecht, ob die notwendigen Angaben in ausreichender Form im Vertrag enthalten sind oder ob Sie sich die Zahlung der Vorfälligkeitsentschädigung an die Postbank sparen können!

Widerrufen und keine Vorfälligkeitsentschädigung an die Postbank zahlen

Viele Verbraucher haben noch eine weitere Chance, die Zahlung der Vorfälligkeitsentschädigung an die Postbank zu umgehen. Diese liegt im Widerrufsjoker begründet. Eingesetzt werden kann dieser Joker bei fehlerhaften Verträgen. Viele Banken und Sparkassen haben ihren Kunden fehlerhafte Verträge vorgelegt. Oft sind es die Widerrufsinformationen, in denen der Verbraucher nicht ordnungsgemäß belehrt wird. Auch kommt es immer wieder vor, dass Pflichtangaben in den Darlehensverträgen fehlen. Der Vorteil für den Verbraucher an dieser Stelle: Fehlerhafte Verträge ermöglichen ihm ein ewiges Widerrufsrecht. So kann die Baufinanzierung auch Jahre nach Abschluss noch widerrufen werden. Was ist das große Plus beim Widerruf gegenüber einer Kündigung? Es muss keine Vorfälligkeitsentschädigung an die Postbank gezahlt werden. Auch ein Forward-Darlehen kann so abgelehnt werden, ohne eine Nichtabnahmeentschädigung zahlen zu müssen.

Verbraucher, die zu einem neuen Kredit umschulden möchten, sparen doppelt. Sie sparen sich die Zahlung der Vorfälligkeitsentschädigung an die Postbank und sparen in Zukunft noch viele Jahre dank günstiger Zinsen.

Dank EuGH Urteil Vorfälligkeitsentschädigung bei der Postbank sparen

Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs steht der Einsatz des Widerrufsjokers nun Millionen von Verbrauchern offen. Denn Darlehensverträge, deren Widerrufsinformationen Kaskadenverweise enthalten, sind nicht mit europäischem Recht vereinbar und deshalb noch immer widerrufbar. Das betrifft alle Immobiliar-Verbraucherdarlehensverträge, die zischen dem 11.06.2010 und dem 20.03.2016 abgeschlossen wurden. Durch diese Verweise wird der Verbraucher nicht eindeutig über sein Widerrufsrecht aufgeklärt, sondern im Gegenteil verwirrt. Denn ein durchschnittlich informierter Verbraucher kann den vielen Verweisen kaum folgen. 

Wenn Sie erfahren möchten, ob auch Ihr Darlehensvertrag noch heute widerrufbar ist, dann kontaktieren Sie uns! Wir bieten Ihnen eine kostenfreie und unverbindliche Erstberatung an. Dabei prüfen wir Ihren Vertrag auf Fehler und stellen ebenfalls die Deckunsanfrage an Ihre Rechtsschutzversicherung. So erfahren Sie schnell und kostenfrei, ob auch Sie sich die Zahlung der Vorfälligkeitsentschädigung an die Postbank sparen können.

 

 

Sowohl für den Widerrufsjoker, als auch für den Vorfälligkeitsjoker gilt: Die Rechtsschutzversicherung übernimmt die Kosten NICHT, wenn es sich bei der Immobilie zum Zeitpunkt des Immobilien-Erwerbs durch den Darlehensnehmer (nicht: Zeitpunkt der Umfinanzierung) um einen Neubau handelte. In diesen Fällen greift die sog. Baurisiko-Ausschlussklausel ein, die ausdrücklich auch die Finanzierung eines Neubaus erfasst. Wenn ein Vermietungsobjekt gebraucht gekauft wurde, könnte zudem die Kapitalanlagen-Ausschlussklausel des jeweiligen Rechtsschutzversicherers eingreifen. Ob dies der Fall ist, prüft HAHN Rechtsanwälte kostenfrei.