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Fußballwetten waren in Deutschland bis mindestens Oktober 2020 illegal. Erst seitdem werden überhaupt Lizenzen für Online-Sportwetten vergeben.
Geld, das bei Anbietern von Fußballwetten verloren wurde, bevor diese ihre Lizenz erhielten, kann deshalb zurückgeholt werden.
Wenn Sie Verluste aus Fußballwetten zurückfordern möchten, haben Sie gute Chancen – speziell, wenn Sie sich dabei von einem spezialisierten Anwalt unterstützen lassen. Fußballwetten waren bis mindestens Oktober 2020 illegal. Erst seit diesem Zeitpunkt vergibt die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder überhaupt Lizenzen für Online-Sportwetten. Wie genau Sie Ihre Verluste zurückholen können, welche rechtlichen Grundlagen es dafür gibt und wie dies sogar ohne Kostenrisiko möglich ist, erfahren Sie hier.
Um dies herauszufinden, fordern Sie mit unserem kostenfreien Musterbrief eine DSGVO-Auskunft bei Ihrem Anbieter an. Dieser muss Ihnen daraufhin eine Transaktionsliste mit sämtlichen Ein- und Auszahlungen bereit stellen.
In einem persönlichen Gespräch erklären wir Ihnen ausführlich alle Schritte des Verfahrens und informieren Sie zudem über die Angebote zur Prozesskostenfinanzierung, die in Ihrem Fall zur Verfügung stehen.
Ob Sie mit einem Prozesskostenfinanzierer zusammenarbeiten möchten oder die Kosten des Verfahrens selbst tragen wollen: Wir informieren Sie über jeden Schritt und halten Sie selbstverständlich immer diskret auf dem Laufenden.
Haben Sie bei Fußballwetten Geld verloren, die der Anbieter ohne Lizenz offeriert hat, können Sie diese Verluste zurückholen. Erfahrungsgemäß ignorieren Anbieter solche Anfragen von Privatpersonen jedoch. Mit der Hilfe eines Anwalts dagegen kann man zunächst außergerichtlich versuchen, sein Geld zurückzubekommen und zur Not mit qualifizierter Unterstützung vor Gericht gehen.
Hier finden Sie zunächst unseren kostenfreien Musterbrief, um die genaue Höhe Ihrer Verluste herauszufinden.
Musterbrief DSGVO Auskunft herunterladen (PDF)
Musterbrief DSGVO Auskunft herunterladen (Doc-Datei, Word 97 bis 2003)
Musterbrief DSGVO Auskunft herunterladen (Docx-Datei, ab 2003)
Sobald Sie die Transaktionsliste erhalten haben, können Sie diese hier einreichen:
Warum müssen Glücksspiel-Anbieter Ihre Verluste erstatten?
Der rechtliche Hintergrund des Herausgabeanspruchs ist § 812 BGB.
Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)
§ 812 Herausgabeanspruch(1) Wer durch die Leistung eines anderen oder in sonstiger Weise auf dessen Kosten etwas ohne rechtlichen Grund erlangt, ist ihm zur Herausgabe verpflichtet. Diese Verpflichtung besteht auch dann, wenn der rechtliche Grund später wegfällt oder der mit einer Leistung nach dem Inhalt des Rechtsgeschäfts bezweckte Erfolg nicht eintritt.
(2) Als Leistung gilt auch die durch Vertrag erfolgte Anerkennung des Bestehens oder des Nichtbestehens eines Schuldverhältnisses.
Kompetent, realistische Chanceneinschätzung und kostenfrei!
Anbieter verfügte über keine Lizenz
Erst seit Oktober 2020 werden die ersten Lizenzen für Online-Sportwetten vergeben. Viele Anbieter haben bis heute keine Lizenz und ihr Angebot ist noch immer illegal. Wenn ein Spieler bei Fußballwetten Geld verloren hat, bevor der Anbieter eine Erlaubnis für Online-Sportwetten hatte, sind die entstandenen Verluste rückforderungsfähig, weil der Spielvertrag nichtig ist.
Achtung: Hier gilt eine Verjährung von 10 Jahren auf den Tag genau!
Online gespielt
Rückforderungsfähig sind jedoch nur Verluste, die beim online Spielen entstanden sind. Das kann entweder über das Smartphone (über eine Webseite oder eine App) oder über den Computer gewesen sein. Wo das Geld für die Einsätze eingezahlt wurde, ob direkt im Wettbüro oder digital per PayPal oder über einen anderen Zahlungsdienstleister, spielt dabei keine Rolle.
Sonderfall Schleswig-Holstein
Einige Sportwetten-Anbieter haben in Schleswig-Holstein schon vor Inkrafttreten des neuen Glücksspielstaatsvertrags eine Lizenz erhalten. Spieler aus Schleswig-Holstein können deshalb in Anbetracht der juristischen Entwicklung noch nicht auf eine Prozesskostenfinanzierung hoffen. Trotzdem raten wir dazu, jeden Fall individuell durch einen spezialisierten Rechtsanwalt prüfen zu lassen, denn längst nicht alle Anbieter von Fußballwetten verfügten über eine solche Ausnahmelizenz.
Beleg über Ein- und Auszahlungen und das tatsächlich verlorene Geld
Ein DSGVO-Auskunftsersuchen erlaubt es Betroffenen, von Unternehmen Auskunft über gespeicherte personenbezogene Daten zu erhalten (Art. 15 DSGVO). Auch Anbieter von Online-Fußballwetten sind verpflichtet, diese Auskunft zu erteilen. Verweigert ein Anbieter die Auskunft, können Spieler Zahlungsbelege wie Kreditkartenabrechnungen oder PayPal-Auszüge nutzen, um im Rahmen einer Stufenklage Ihr Geld zurückzufordern.
Der Spieler spielt seit dem 01.09.2008 bei Tipico. Der Anbieter erhielt am 09.10.2020 eine Lizenz für sein Sportwetten-Angebot. Insgesamt hat der Spieler bei Tipico 150.000 Euro eingezahlt und 50.000 Euro ausgezahlt bekommen.
In den letzten 10 Jahren und vor Lizenzerteilung am 09.10.2020 hat der Spieler 80.000 Euro eingezahlt. Gleichzeitig ließ er sich in diesem Zeitraum 30.000 Euro auszahlen.
Der rückerstattungsfähige Betrag ergibt sich aus der Differenz zwischen den Ein- und Auszahlungen: 80.000 Euro Einzahlungen – 30.000 Euro Auszahlungen = 50.000 Euro.
Seit 2012 konnten Anbieter sich um eine Lizenz für Online-Sportwetten bewerben – aufgrund von bürokratischen Problemen mit dem Vergabeprozess ist jedoch nie eine erteilt worden. Dagegen wehrten die Anbieter sich und zogen bis vor den Europäischen Gerichtshof. Dieser bestätigte ihnen, dass der deutsche Vergabeprozess für die Lizenzen nicht in Ordnung war.
Das bedeutet jedoch längst nicht, dass das Sportwetten-Angebot grundsätzlich als legal einzustufen ist, wie die Anbieter es gerne hätten. Keine Lizenz bedeutet keine Lizenz. Erst ab Oktober 2020 wurden die ersten Lizenzen für Online-Sportwetten vergeben und erst ab diesem Zeitpunkt können Online-Sportwetten in Deutschland legal angeboten werden.
Die White List der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder informiert darüber, wann ein Anbieter eine Lizenz erhalten hat und für welche Art von Online-Glücksspiel diese gilt.
Einige Anbieter haben ihre Lizenz sehr schnell erhalten. Bei anderen dauerte es eine Weile und viele Anbieter haben bis heute keine Lizenz. Ihr Fußballwetten-Angebot ist nach wie vor illegal. Zudem kann die GGL bereits erteilte Lizenzen auch wieder entziehen, wenn sich der Anbieter nicht an die gesetzlichen Vorgaben hält.
BGH mit positivem Hinweisbeschluss (Aktenzeichen I ZR 88/23)
Im März 2024 bestätigte der Bundesgerichtshof (BGH) in einem Hinweisbeschluss die Möglichkeit der Erstattung von Verlusten aus Online-Sportwetten. Im vorliegenden Fall gegen Betano, bei dem ein Spieler 2018 innerhalb weniger Monate rund 12.000 Euro verloren hatte, stellte sich der BGH auf die Seite des Klägers und deutete an, die Revision des Anbieters zurückweisen zu wollen. Bevor es jedoch zu einem höchstrichterlichen Urteil kommen konnte, zog Betano die Revision zurück. Da bereits das Oberlandesgericht (OLG) Dresden zugunsten des Klägers entschieden hatte, wurde dieses positive Urteil damit rechtskräftig.
Hier finden Sie den Betano-Beschluss des BGH zum Nachlesen
BGH-Verfahren gegen Tipico (Aktenzeichen I ZR 90/23)
Der BGH vertritt die Rechtsauffassung, dass eine fehlende behördliche Erlaubnis die Glücksspielverträge mit Tipico automatisch nichtig macht – selbst dann, wenn die Nichterteilung nur auf einem EU-rechtswidrigen Lizenzierungsverfahren basierte. Zur abschließenden Klärung wurde der EuGH eingeschaltet. Zusätzlich stellte der BGH klar, dass auch inhaltliche Verstöße wie das Überschreiten des Höchsteinsatzlimits zur Nichtigkeit führen können. Bei Tipico waren derartige Verstöße häufig die Regel.
2024 sprach das LG Aschaffenburg einem Kläger rund 175.000 Euro zu, die dieser durch die Teilnahme an Online-Sportwetten auf der deutschen Seite von Tipico verloren hatte.
Zwischen 2013 und 2020 verlor der Kläger durch von Tipico angebotene Online-Sportwetten rund 70.000 Euro, die der Anbieter ihm nun erstatten muss.
Der Kläger verlor über mehrere Jahre, die er an Online-Sportwetten teilnahm, rund 170.000 Euro. Das Gericht verurteilte Tipico nun zur Rückzahlung.
Rechtsanwälte und Kanzleien müssen sich an das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) halten. Das RVG dient der Transparenz und Vereinheitlichung der Vergütung im Rechtswesen. Es sorgt dafür, dass Mandanten wissen, welche Kosten auf sie zukommen können. In gerichtlichen Verfahren dürfen Anwälte nicht weniger als die gesetzlichen RVG-Gebühren abrechnen. Diese gesetzliche Mindestgebühr ist zwingend vorgeschrieben und kann nicht durch eine Honorarvereinbarung unterschritten werden (§ 49b Abs. 1 BRAO).
Wollen Sie Fußballwetten-Verluste zurückholen, haben Sie die Wahl zwischen einem Prozesskostenfinanzierungsvertrag oder der Möglichkeit auf eigene Kosten zu klagen.
Prozesskostenfinanzierer (PKF) übernehmen sämtliche anfallenden Kosten eines Gerichtsverfahrens. Zu den übernommenen Kosten gehören unter anderem die Anwaltshonorare, die Gerichtskosten und im Falle einer Niederlage auch die Kosten der Gegenseite. Für den Kläger entsteht so bei einem Misserfolg kein finanzielles Risiko. Im Erfolgsfall erhält der PKF hingegen eine erfolgsabhängige Provision in Höhe von 30–40 %. Diese wird jedoch erst nach der tatsächlichen Auszahlung an den Kläger fällig.
Wenn Sie das Verfahren auf eigene Kosten finanzieren, müssen Sie keine Provision an einen Prozesskostenfinanzierer zahlen. Leider sind Rechtsschutzversicherungen aber in Glücksspiel-Fällen nicht eintrittspflichtig. Neben den Kosten müssen Sie deshalb auch die gegebenenfalls anfallenden Kosten einer Vollstreckung selbst tragen. Ein rechtskräftiges Urteil kann jedoch bis zu 30 Jahre lang vollstreckt werden. Zudem wird der Rückerstattungsbetrag mit 5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz verzinst.
Die Bandbreite an Fußball-Wetten ist nahezu grenzenlos. Pro Spiel können rund 180 verschiedene Wetten platziert werden. Hinzu kommt, dass auf unglaublich viele Fußballspiele gewettet werden kann, selbst welche aus obskuren ausländischen Ligen. Selbst bei einem Spiel aus der Fußball-Liga von Aserbaidschan hat man man noch 30 verschiedene Möglichkeiten, zu wetten. Besonders viel Geld kann man mit Kombi-Wetten gewinnen, wobei hier natürlich die Wahrscheinlichkeit eines Gewinns mit jedem zusätzlichen Tipp sehr stark sinkt.
Für ein typisches Bundesligaspiel stehen rund 150 verschiedene Wettmöglichkeiten zur Auswahl. Das fängt beim klassischen Ergebnis an - entweder man tippt ein konkretes Ergebnis oder nur die Tendenz, also wer gewinnt oder ob es ein Unentschieden gibt. Dann kann man darauf tippen, wie viele Tore es geben wird, wer in welcher Halbzeit ein Tor schießen wird, wer die Torschützen sein werden und alle möglichen Kombinationen, beispielsweise: Wer gewinnt die erste Halbzeit und treffen beide Mannschaften in der ersten Halbzeit?
Wetten bei Fußballspielen sind zudem sehr kurzfristig möglich. Sogar Livewetten (bei denen das Fußballspiel bereits begonnen hat) sind nach wie vor erlaubt. Früher war das Angebot sogar noch umfangreicher. So boten viele Anbieter von Fußballwetten sogenannte Ereigniswetten an. Dabei wurde Geld darauf gesetzt, wer den nächsten Einwurf bekommt oder das nächste Foul verübt. Diese Art von Fußballwetten wurde aber durch den Glücksspielstaatsvertrag verboten und Anbieter, die sie weiterhin im Programm haben, können keine Lizenz erhalten.
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