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Porsche Diesel Rückruf im Abgasskandal

Alle Porsche Diesel Modelle verfügen über unzulässige Abschalteinrichtung

Es kann inzwischen davon ausgegangen werden, dass alle Porsche Diesel Modelle über eine unzulässige Abschalteinrichtung verfügen und deshalb früher oder später von einem Porsche Diesel Rückruf betroffen sein werden.


Die Porsche Rückrufe für Diesel

Offizielle Porsche Rückrufe für Diesel gibt es für den Cayenne, den Macan und den Panamera. Somit sind alle Porsche Diesel Modelle mit einer unzulässigen Abschalteinrichtung ausgestattet. Entsprechend viele Kunden haben Ansprüche auf Schadensersatz.

Welche Porsche Rückrufe gibt es im Abgasskandal?

Bisher gibt es fünf, vom Kraftfahrt-Bundesamt angeordnete Pflichtrückrufe im Porsche Abgasskandal. Zunächst traf es den Cayenne mit dem 3.0 L Motor und der Abgasnorm Euro 6. Betroffen von diesem Rückruf sind in Deutschland etwa 7.000 Fahrzeuge. Im Oktober 2017 wurde das dazu gehörige Software-Update vom KBA freigegeben und seitdem holt Porsche die Fahrzeuge in die Werkstatt, um eine unzulässige Abschalteinrichtung zu entfernen. Tatsächlich hatte Porsche das KBA hier selbst auf Unregelmäßigkeiten bei der Motorsteuerung hingewiesen. Bereits 2015 rief Porsche freiwillig etwa 10.000 Porsche Macan in die Werkstätten – auch hier ging es um erhöhte Abgaswerte, die jedoch zu diesem Zeitpunkt noch nicht vom KBA angemahnt worden waren. Das änderte sich jedoch im November 2018. Nun ordnete das KBA einen Rückruf für weltweit 60.000 Porsche Macan mit dem 3.0 L Motor und der Abgasnorm Euro 6 an – um mit Hilfe eines Software-Updates eine unzulässige Abschalteinrichtung zu entfernen.

2019 traf es den Panamera 4.0 Liter. Dieser Porsche Diesel Rückruf betraf in Deutschland etwa 1.000 Fahrzeuge der Abgasnorm Euro 6. Zum Panamera 3.0 Liter mit der Abgasnorm Euro 5 holt das Landgericht Kleve ein Gutachten ein - eventuell wird also auch diese Version bald zurückgerufen werden.

Doch abgesehen davon gehen die Porsche Diesel Rückrufe munter weiter. Im März und im September 2020 folgten verpflichtende Rückrufe für den Porsche Cayenne 4.2 Liter mit der Abgasnorm Euro 5 bzw. Euro 6. Insgesamt etwa 8.500 Fahrzeuge sind hiervon alleine in Deutschland betroffen.

Somit sind seitdem alle drei Diesel Modelle von Porsche - Cayenne, Macan und Panamera - von verpflichtenden Rückrufen betroffen. Sowohl 3.0 als auch 4.0 und 4.2 Liter Modelle sind betroffen, es trifft Euro 5 und Euro 6 Fahrzeuge. Umfassender könnte der Porsche Diesel Rückruf also kaum sein.

Porsche selbst produziert dabei keine Motoren, sondern nutzt Motoren von Audi – ebenfalls tief im Abgasskandal verstrickt.

Porsche im Abgasskandal

Porsche wies zunächst alle Schuld von sich und zeigte auf VW und Audi als Verantwortliche im Abgasskandal. Doch inzwischen ist klar – auch Porsche hat manipuliert und muss sich dafür verantworten. Neben einem Bußgeld in Höhe von über 500 Millionen Euro muss der Autohersteller auch strafrechtliche Ermittlungen gegen einige hochrangige Mitarbeiter hinnehmen. Auch der Absatz ist deutlich zurückgegangen. In Europa verlor Porsche im ersten Quartal 2019 gegenüber dem ersten Quartal 2018 gut 30%. Möglicherweise eine Folge des Abgasskandals, laut Porsche aber eine ganz unabhängig davon logische Entwicklung ist der zukünftige Verzicht auf den Diesel bei Porsche. Es werden keinerlei Diesel Fahrzeuge mehr produziert. Der Anteil der Diesel an den verkauften Fahrzeugen lag zuletzt bei 12%, also recht niedrig, so dass Porsche hofft, hier nur sehr wenige Verluste hinnehmen zu müssen.

Porsche ist dabei längst nicht der einzige Autobauer, der durch unzulässige Abschalteinrichtungen aufgefallen ist. Vor allem VW, Audi und Mercedes stehen am Pranger. Vom Thermofenster bis zur Akustikfunktion - bei der Nutzung von Strategien zur Vortäuschung sauberer Diesel auf dem Prüfstand waren die Autobauer erfinderisch. Die nun notwenigen Software-Updates, mit denen die Abschalteinrichtungen entfernt werden sollen, treffen nicht nur bei Verbauchern, sondern auch bei Gerichten auf erhebliche Zweifel. Mit negativen Langzeitfolgen, wie einem erhöhten AdBlue-Verbrauch ist zu rechnen. Eine echte Mangelbeseitigung sieht anders aus. Wenn Sie weitere Informationen zum Abgasskandal suchen, werden Sie hier fündig.

So verhalten Sie sich bei einer Einladung zum Rückruf

Wenn Sie Post von Porsche bekommen und gebeten werden, Ihr Fahrzeug in die Werkstatt zu bringen, damit es das Software-Update bekommen kann, ist Vorsicht geboten. Sofern es sich um eine freiwillige Maßnahme handelt, raten wir, diese abzulehnen. Denn nicht alle Erfahrungen mit dem Update waren positiv, ganz im Gegenteil. Viele Fahrer haben im Anschluss einen erhöhten Spritverbrauch oder eine nachlassende Leistung festgestellt. Sofern man die Wahl hat, raten wir also dazu, das Update abzulehnen. Anders sieht es bei einer Einladung zum Pflichtupdate aus. Hier haben Sie tatsächlich keine Wahl. Wird ein solches Schreiben ignoriert, droht in letzter Konsequenz, nach mehreren Erinnerungen, die Zwangsstilllegung des Fahrzeugs.

In jedem Fall raten wir Ihnen bei Post von Porsche, unsere kostenfreie und unverbindliche Erstberatung in Anspruch zu nehmen. Wir prüfen Ihre Betroffenheit im Abgasskandal, sowie Ihre Vertragsunterlagen und sagen Ihnen, welche rechtlichen Möglichkeiten Sie haben. Denn es kann festgehalten werden: Werden Sie von Porsche zu einem Rückruf gebeten, befindet sich in Ihrem Fahrzeug eine unzulässige Abschalteinrichtung. Und dann haben Sie Anspruch auf Schadensersatz! Bei einer vollumfänglich erfolgreichen Klage geben Sie das manipulierte Fahrzeug an Porsche zurück und erhalten dafür den Kaufpreis erstattet. Lediglich eine Nutzungsentschädigung basierend auf den gefahrenen Kilometern müssen Sie sich anrechnen lassen. So bekommen Sie in aller Regel eine höhere Erstattung als der Betrag, den Sie bei einem Verkauf erzielen könnten.

Eine weitere Alternative für viele Autofahrer ist der Widerruf des Autokredits. Ziel ist hier ebenfalls, das Auto zurückzugeben und die Kosten erstattet zu bekommen. Im Falle des Autokredits bekommt man daher eine eventuell getätigte Anzahlung, sowie bereits gezahlte Raten erstattet. Normalerweise beträgt die Widerrufsfrist nur 14 Tage. Doch bei einem fehlerhaften Vertrag oder fehlenden Unterlagen beginnt diese Frist nicht zu laufen. Verbraucher können also auch noch Jahre später von ihrem Widerrufsrecht Gebrauch machen. Wir prüfen gern kostenfrei, ob dies auch in Ihrem individuellen Fall möglich ist.