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Diesel Software Update

Betroffene Fahrzeuge im Abgasskandal

Millionen von Fahrzeugen müssen im Abgasskandal das Diesel Software Update bekommen – bei VW, Daimler, Audi, aber auch BMW und Opel. Das Update soll dabei unzulässige Abschalteinrichtungen entfernen. Doch es gibt negative Erfahrungen mit dem Update und Langzeitfolgen sind überhaupt noch nicht abzuschätzen.


Diesel Software Update Probleme

Immer mehr Dieselfahrer berichten nach dem Diesel Software Update von Problemen. Die Rede ist von einem hohen AdBlue-Verbrauch, von einem Mehrverbrauch an Sprit, von einer Versottung des Motors, kaputten AGR Ventilen oder einer nachlassenden Leistung.

Diesel Software Update gegen unzulässige Abschalteinrichtungen

Seit 2015 erschüttert der Abgasskandal die Autoindustrie in Deutschland – und das Diesel Software Update soll helfen. Handelte es sich zunächst nur um einen VW Skandal, weitete der sich schnell auch auf andere Autobauer aus. So sind inzwischen auch Daimler, Audi, sowie Opel und BMW betroffen. Für Modelle dieser Hersteller gab es bereits Pflichtrückrufe. Grund dafür waren unzulässige Abschalteinrichtungen. Diese sorgten dafür, dass auf dem Prüfstand weniger Stickoxide ausgestoßen werden, als im realen Betrieb auf der Straße. Die Fahrzeuge erhielten so höhere Abgasnormen, die sie eigentlich gar nicht erreichten. Das half natürlich beim Marketing und letztendlich auch beim Verkauf der Fahrzeuge. Die Verbraucher jedoch fühlen sich zu Recht getäuscht, denn sie erhielten nicht die Fahrzeuge, die sie erwartet hatten und für die sie sich entschieden hatten. Nachdem das Kraftfahrt-Bundesamt die unzulässige Software entdeckte ordnete es Rückrufe für Millionen Diesel an. Sie alle sollen ein Software Update bekommen, das die unzulässigen Abschalteinrichtungen entfernen soll. Welche Modelle sind betroffen und was passiert beim Update? Und funktioniert es überhaupt?

Das Diesel Software Update bei VW

Alleine in Deutschland mussten etwa 2,6 Millionen VW Diesel das Software Update bekommen. Inzwischen haben fast alle Fahrzeuge das Update bekommen. Dabei wird die Strategie zur Dieseleinspritzung verändert und der Druck im Einspritzsystem erhöht. Die Rate der Abgasrückführung wird zudem optimal eingestellt. Bei den 1.6 L Motoren wird zusätzlich etwas an der Hardware geändert. Dabei wird ein Strömungsgleichrichter eingebaut.

Nun ist die Frage, ob das Update auch wirkt. Denn das grundsätzliche Problem ist: Nach dem Update fährt der VW durchgehend im Prüfstandsmodus, stößt also durchgehend weniger Stickoxide aus. Das heißt aber im Umkehrschluss, dass es einen höheren Verbrauch und Verschleiß der Hardware gibt. So berichten Fahrer von einem verstopften Partikelfilter und von Schäden am Turbolader. Die Autos sollen nun also durchweg in einem Modus fahren, der laut Autobauer nicht möglich war – weshalb die unzulässigen Abschalteinrichtungen überhaupt erst eingebaut wurden.

Eigentlich kann das nicht funktionieren, doch die Autobauer versprechen, dass die Fahrer durch das Software Update keine Nachteile spüren werden.

Besonders perfide scheint VW dabei vorzugehen. Denn es hat sich inzwischen herausgestellt, dass während des Software Updates zwar eine unzulässige Abschalteinrichtung entfernt wird – dafür wird aber eine neu aufgespielt. Dabei handelt es sich um das Thermofenster, das bereits von einigen Gerichten als unzulässig beschrieben wurde.

Vielleicht hätte VW seine Devise „Kein VW verlässt die Werkstatt ohne Software Update“ ändern sollen – kein VW verlässt die Werkstatt ohne (neue) unzulässige Abschalteinrichtung…

Das Diesel Software Update bei Mercedes – Berichte über einen hohen AdBlue-Verbrauch

Das Kraftfahrt-Bundesamt hat bereits Pflichtrückrufe für eine Million Mercedes Diesel angeordnet. Sie alle verfügen über unzulässige Abschalteinrichtungen und müssen deshalb das Software Update bekommen. Doch auch bei Mercedes sind die Erfahrungen der Kunden nicht durchweg positiv, ganz im Gegenteil. Besonders viele berichten von einem erhöhten AdBlue-Verbrauch. Mercedes selbst hatte in seinen Schreiben angekündigt, dass dies passieren könnte. Allerdings berichten die Fahrer von deutlich klareren Erhöhungen, als sie vom Hersteller erwartet wurden. Laut Hersteller hat das Update ansonsten keinerlei negative Auswirkungen. Auch das scheint nicht zu stimmen, denn Fahrer berichten von einem Mehrverbrauch an Sprit, von einer nachlassenden Leistung, Vibrationen, einer Versottung des Motors und Problemen mit der Start/Stopp Automatik.

Mercedes will zwar Probleme, die auf das Update zurückzuführen sind, kostenlos beheben. Doch dafür müssten die Kunden eben dies nachweisen können. Da der Autobauer selbst offiziell keinerlei Probleme erwartet, wird dies schwierig bis unmöglich werden. Mercedes ist ebenso wie VW darauf erpicht, das Update bei möglichst vielen Autos aufzuspielen und bietet seinen Kunden sogar Gutscheine an. 100 Euro für jeden, der das Update aufspielen lässt – auch im Rahmen einer freiwilligen Maßnahme. Ein Zeichen dafür, wie verzweifelt Mercedes versucht, weitere Pflichtrückrufe und damit negative Presse zu vermeiden.

Das Diesel Software Update bei Audi – so funktioniert es

Es kann davon ausgegangen werden, dass jeder Audi Diesel über eine unzulässige Abschalteinrichtung verfügt. Betroffen sind daher Diesel mit der Abgasnorm Euro 4, Euro 5 und Euro 6. Sowohl kleinere 1.2, 1.6 und 2.0 Liter Motoren, als auch große 3.0, 4.0 und 4.2 Liter Motoren verfügen über die Abschalteinrichtung. Alle diese Fahrzeuge müssen deshalb das Diesel Software Update bekommen.

Ähnlich wie bei VW bekommen die 1.6 Liter Motoren zusätzlich zum Software Update auch eine Hardware Nachrüstung. Dabei wird ein Strömungstransformator eingesetzt. Im Rahmen des Updates wird die Motorsteuerung optimiert, die so für ein Einhalten der Emissionsgrenzwerte auch auf der Straße sorgen soll.

Neben dem „klassischen Abgasskandalmotor“ EA189 ist auch der größere Motor EA897 bei Audi betroffen. Und auch V6 und V8 Motoren sind von Rückrufen und damit auch von den Diesel Updates betroffen.

Diesel Software Update – nahezu alle Porsche Diesel betroffen

Inzwischen muss davon ausgegangen werden, dass jeder Porsche Diesel über eine unzulässige Abschalteinrichtung verfügt. Es gab inzwischen Pflichtrückrufe durch das KBA für die Modelle Macan, Cayenne und Panamera, in unterschiedlichen Ausführungen. Für den Cayenne gab es zwischenzeitlich sogar einen mehrmonatigen Zulassungsstopp. Die Motoren bekommt Porsche dabei von Audi geliefert, anstatt sie selber herzustellen. Doch auch Audi ist ja tief in den Abgasskandal verstrickt. Betroffen sind sowohl Euro 5 Diesel als auch Euro 6 Diesel. Sie alle müssen das Update erhalten. Und genau wie bei den anderen Herstellern gibt es auch bei Porsche Fahrern Sorgen, was die Langzeitfolgen des Updates betrifft.

Da Porsche extrem lange brauchte, um dem KBA technische Lösungen zu präsentieren, wurde sogar ein Zwangsgeld angeordnet. Denn über ein Jahr nach dem Bescheid des KBA lag noch immer kein Update für ein bestimmtes Modell des Porsche Cayenne vor. Man scheint das Problem nicht mit dem nötigen Ernst angegangen zu sein, denn man muss bedenken – vor der Freigabe des Updates durch das KBA werden auch die Kunden nicht informiert. Solange werden also weiter bedenkenlos Autos gekauft, ohne alle Informationen über mögliche Manipulation zu haben.

Kennzeichnend ist auch, dass der Porsche Cayenne als dreckigster Diesel überhaupt gilt. Die Deutsche Umwelthilfe stellte bei Messungen einen Stickoxidausstoß von über 2.000 Milligramm pro Kilometer fest. Ein Vielfaches der bei Euro 5 Fahrzeugen erlaubten 180 Milligramm.

Auch BMW benötigen Diesel Software Update

Bei BMW fand das KBA eine unzulässigen Abschalteinrichtungen in Form einer fehlerhaften Bedatung der Motorsteuerung. Diese sorgte ebenso wie die unzulässigen Abschalteinrichtungen der anderen Hersteller für zu hohe Stickoxidemissionen auf der Straße. Das Unternehmen wurde wegen dieser fahrlässigen Verletzung der Aufsichtspflicht zu einem Bußgeld verurteilt. Und die betroffenen Fahrzeuge müssen ein Update bekommen. Dabei handelt es sich um die Modelle M550d xDrive Limousine, M550d xDrive Touring, 750d xDrive, sowie 750Ld xDrive. Produziert wurden die Fahrzeuge zwischen 2012 und 2017.

Opel bekommen Diesel Software Update

Opel hat sich lange gewehrt, muss nun aber auch Rückrufe durchführen, die das KBA angeordnet hatte. Zunächst hatte das Verwaltungsgericht Schleswig den Eilantrag von Opel abgelehnt, im November 2019 bestätigte auch das Schleswig-Holsteinische Oberverwaltungsgericht, dass Opel der KBA Anordnung nachkommen und den Rückruf ausführen müsse. Davon betroffen sind der Insignia, der Zafira und der Cascada aus den Jahren 2013 bis 2016. Das KBA hatte in den Modellen unzulässige Abschalteinrichtungen entdeckt, weshalb diese nun ein Update bekommen müssen.

Diesel Software Update – Pflicht oder freiwillige Maßnahme?

Viele Kunden, die Post vom Hersteller, bzw. vom KBA bekommen, stehen vor der Frage: Ist mein Fahrzeug Teil eines Pflichtrückrufs oder nur von einer freiwilligen Rückrufmaßnahme betroffen? Denn schon bevor es Pflichtrückrufe gab, begannen die Hersteller, ihre Kunden mit der Info anzuschreiben, dass sie ihr Fahrzeug im Rahmen einer freiwilligen Maßnahme in die Werkstatt bringen könnten, um dort das Update zu bekommen. Teilweise wurden die Kunden sogar mit 100 Euro Gutscheinen gelockt, wie beispielsweise bei Mercedes. Der einfache Grund dahinter: Je mehr Fahrzeuge im Rahmen einer freiwilligen Aktion das upgedatet werden, desto weniger Fahrzeuge können in Zukunft von Pflichtrückrufen betroffen sein. Die Autohersteller handeln also im eigenen Interesse. Lieber einen 100 Euro Gutschein verteilen, als in wenigen Monaten einen neuen Bescheid vom KBA erhalten.

Für die Kunden macht es tatsächlich einen Unterschied, denn während ein Pflichtupdate durchgeführt werden muss (sonst droht die Zwangsstilllegung), kann ein freiwilliges Update abgelehnt werden. Aufgrund der oben bereits beschriebenen Probleme und unklaren Langzeitfolgen raten wir aus technischer Sicht tatsächlich dazu, ein freiwilliges Update abzulehnen.

Die Alternative – Hardware Nachrüstung

Inzwischen gibt es für einige Modelle eine Alternative, nämlich eine Hardware Nachrüstung. Das KBA hat mittlerweile Systeme für Mercedes, Audi, VW, BMW und Volvo freigegeben. Allerdings kostet diese Nachrüstung je nach Hersteller etwa 3.000 bis 3.500 Euro. Einige Hersteller wollen unter bestimmten Voraussetzungen bis zu 3.000 Euro dazu geben, andere weigern sich sogar, die Nachrüstung durchzuführen. Letzteres gilt für BMW. Hier hat sich Mercedes angeboten, die Nachrüstung in seinen Werkstätten durchzuführen.

Bei unzulässiger Abschalteinrichtung Anspruch auf Schadensersatz

Die gute Nachricht für alle, die Post von ihrem Autohersteller oder vom KBA bekommen, dass das Fahrzeug ein Diesel Software Update bekommen kann oder muss: Dies bedeutet, dass Ihr Fahrzeug über eine unzulässige Abschalteinrichtung verfügt, die mit dem Update entfernt werden soll. Und daraus wiederum ergibt sich Ihr Anspruch auf Schadensersatz. Denn mit dem Einbau der illegalen Abschalteinrichtung hat Sie der Hersteller sittenwidrig und vorsätzlich geschädigt. Diesen Schaden muss er Ihnen ersetzen. In der Regel erhalten Kläger in diesen Fällen den von ihnen gezahlten Kaufpreis gegen Rückgabe des Autos erstattet. Zusätzlich klagen wie für Sie auf Zahlung von deliktischen Zinsen – und zwar ohne dass Sie sich eine Nutzungsentschädigung anrechnen lassen müssen. Im besten Fall können Sie so eine Rückzahlung erhalten, die höher liegt, als der ursprüngliche Kaufpreis.

HAHN Rechtsanwälte konnte für seine Mandanten schon erfolgreiche Schadensersatzklagen gegen Mercedes, Audi, Porsche und VW führen.

Machen Sie unseren Betroffenheitscheck. Im Rahmen einer kostenlosen Erstberatung prüfen wir Ihre Betroffenheit und erläutern Ihnen die rechtlichen Möglichkeiten, die Sie im Abgasskandal gegen die Hersteller haben.

Der Abgasskandal als Auslöser für die Software-Updates

Grund für die umstrittenen Software-Updates ist der Abgasskandal, der seit Ende 2015 die deutsche Autoindustrie bis ins Mark erschüttert. War zunächst nur VW betroffen, stellte sich heraus, dass auch andere Hersteller, wie Audi und Daimler die Abgasreinigung vieler Diesel Autos manipuliert haben. Ausführliche Erklärungen zu den verschiedenen unzulässigen Abschalteinrichtungen, die die Hersteller nutzten, sowie zu Ihren rechtlichen Möglichkeiten und betroffenen Marken finden Sie in unserer Übersicht zum Abgasskandal.

Die Alternative bei Finanzierung – der Widerruf

Für alle Verbraucher, die ihren Wagen finanziert haben und die Finanzierung dabei direkt vom Autoverkäufer vermittelt bekommen haben, bietet sich eine Alternative an – der Widerrufsjoker. Dieser ist immer dann einsetzbar, wenn der Darlehensvertrag fehlerhafte Widerrufsinformationen enthält, zum Beispiel indem Pflichtangaben fehlen. Auch, wenn dem Verbraucher gar nicht alle Unterlagen vorliegen, kann ein Autokreditvertrag widerrufbar sein. Der große Vorteil: bei einem erfolgreichen Widerruf geben Sie das Auto an die Bank zurück und erhalten dafür alle Zahlungen (also Anzahlung und Raten) erstattet. Das gilt übrigens auch für Benziner oder Diesel, die nicht vom Abgasskandal betroffen sind. Aber besonders für Fahrer von Betrugsdieseln lohnt sich der Widerruf natürlich. So geben Sie das Auto zurück und müssen sich um das Diesel Software Update keine Gedanken mehr machen.