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Der VW Abgasskandal

So wehren sich Verbraucher gegen den Betrug von VW

Gut 30 Milliarden Euro hat der VW Abgasskandal den Konzern schon gekostet und das alles aus Profitgier – Verbraucher haben die Chance auf Schadensersatz.


Ihre Rechte im VW Abgasskandal

Der VW Abgasskandal erschüttert die Autobranche. Tausende von geschädigten Kunden verklagen VW auf Schadensersatz und bekommen Recht. Durch den Einbau einer illegalen Abschalteinrichtung hat VW betrogen. Eine zusätzliche Alternative für Verbraucher ist der VW Kredit Widerruf.

Welche Modelle sind vom VW Abgasskandal betroffen?

Weltweit sind elf Millionen VW Diesel vom VW Abgasskandal betroffen, in Deutschland alleine sind es mindestens 2,8 Millionen. Betroffen sind grundsätzlich alle Fahrzeuge, die mit dem Motor EA 189 ausgestattet sind. Dabei handelt es sich um 1.2, 1.6, 2.0 und 2.5 Liter Dieselmotoren. Diese wurden nicht nur in VW Modellen verbaut, sondern auch bei Audi, Seat und Škoda. Auch der Motor EA 288 ist betroffen und zudem fand das Kraftfahrt-Bundesamt auch eine illegale Abschalteinrichtungen in den größeren 3.0 Liter Motoren, die in Audi und Porsche Fahrzeugen genutzt werden. Der VW Abgasskandal hat somit gigantische Ausmaße angenommen.


Folgende Modelle aus dem VW Konzern sind mit einer illegalen Abschalteinrichtung versehen und damit direkt vom VW Abgasskandal betroffen.

PorscheAudiVWSeatŠkoda
MacanA1GolfIbizaFabia
CayenneA3PassatLeonOctavia
PanameraA4PoloToledoSuperb
 A5BeetleExeoRapid
 A6JettaAlteaRoomster
 A7TouranAlhambraYeti
 A8Sharan  
 Q3Tiguan  
 Q5Scirocco  
 Q7Caddy  
 TTAmarok  
  Eos  
  T5  

Die Rückrufe im VW Abgasskandal

Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat Rückrufe für alle in Deutschland vom VW Abgasskandal betroffenen Fahrzeuge angeordnet, um die illegale Abschalteinrichtung zu entfernen. VW musste daraufhin für die einzelnen Modelle individuelle Software entwickeln. Diese wiederum wurde anschließend vom KBA freigegeben. VW konnte nun die Halter anschreiben und sie bitten, mit dem Fahrzeug in die Werkstatt zu kommen. Dort wird ein Software-Update aufgespielt, das die illegale Abschalteinrichtung entfernen soll. Doch was genau ist daran eigentlich illegal? Die unzulässige Software erkennt, wenn sich das Fahrzeug auf dem Prüfstand befindet und schaltet dann in einen besonders schadstoffarmen Modus. So wird auf dem Prüfstand möglichst wenig Stickoxid ausgestoßen und die Fahrzeuge werden in eine möglichst hohe Schadstoffklasse eingeteilt. Dies macht das Fahrzeug natürlich wertvoller – VW Kunden sind bereit mehr Geld auszugeben, bzw. kaufen eher ein Fahrzeug, das (angeblich) umweltfreundlich ist. Auf der Straße stoßen die Fahrzeuge dagegen ein Vielfaches der gesetzlichen Grenzwerte aus. Hersteller behaupten, die Abschalteinrichtung sei notwendig, um eine vorzeitige Versottung des Motors zu verhindern. Gerichte und auch das KBA halten dies aber für unzulässig, da nach europäischem Recht solche Abschalteinrichtungen nur in wenigen Ausnahmefällen erlaubt sind – die im Abgasskandal genutzten Maßnahmen gehen weit über diese Ausnahmen hinaus und wurden in erster Linie genutzt, um mehr Gewinn zu machen.


Das Software-Update ist kostenlos und kann in einer halben Stunde durchgeführt werden. Fahrzeuge mit einem 1.6 Liter Motor bekommen zusätzlich noch ein Hardware-Update. Dabei wird ein Strömungsgleichrichter eingebaut – auch dies ist kostenlos. VW behauptet, ebenso wie andere Hersteller, dass durch das Aufspielen des Software-Updates keine Nachteile zu befürchten sind. So soll keine Verschlechterung beim Kraftstoffverbrauch, CO2-Emissionen, Motorleistung oder Geräuschen auftreten. Dem widersprechen allerdings zahlreiche Kunden, die nach dem Update eben doch negative Erfahrungen machten. So berichteten einige von einem erhöhten Sprit- und AdBlue-Verbrauch, andere von seltsamen Motorgeräuschen und einer nachlassenden Leistung. Auch eine Versottung des Motors wird beobachtet – was eigentlich im Einklang steht mit den Aussagen von VW, die Abschalteinrichtung sei nötig, um eben diese Versottung zu verhindern. Wenn diese nun entfernt wird, ist wohl zu erwarten, dass diese Versottung auftritt. Trotzdem versprechen die Hersteller keine Probleme in Folge des Updates.


Aus technischer Sicht raten wir daher dazu, das Update zu verweigern. Die Langzeitauswirkungen sind einfach zu unsicher. Doch es gilt zu beachten: Ein vom KBA angeordneter Rückruf ist, im Gegensatz zu einer freiwilligen Maßnahme des Herstellers, verpflichtend. Wenn Sie der Einladung nicht nachkommen, müssen Sie damit rechnen, dass Ihr Fahrzeug früher oder später still gelegt wird. Alternativ kann es passieren, dass Ihr Fahrzeug bei der nächsten Hauptuntersuchung aus dem Verkehr gezogen wird.


Wenn Sie Post von VW erhalten und in die Werkstatt gebeten werden, dann kontaktieren Sie uns! Wir prüfen kostenlos Ihre Chance auf Schadensersatz und erläutern Ihnen in einem kostenfreien Erstgespräch die rechtlichen Möglichkeiten, sowie auch den voraussichtlichen Anspruch, den Sie haben werden. Außerdem gehört zu unserem kostenlosen Angebot, dass wir die Deckungsanfrage bei Ihrer Rechtsschutzversicherung stellen. So sind Sie rundum gut betreut und werden fachlich beraten – alles im Rahmen einer kostenfreien und völlig unverbindlichen Erstberatung!

Diesel Fahrverbote in deutschen Städten

Im Rahmen des VW Abgasskandals bekam auch ein anderes Thema neue Aufmerksamkeit: Die Luftqualität in deutschen Städten und welchen Anteil Diesel Fahrzeuge daran haben. Seit Jahren kämpft die Deutsche Umwelthilfe (DUH) um bessere Luft und will dies auch mit Diesel Fahrverboten durchsetzen. Der von der EU festgelegte Grenzwert für Stickstoffdioxid von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft wird in Dutzenden deutschen Städten überschritten. Da Stickstoffdioxid in hohen Mengen schädlich für die Gesundheit sein kann, ist gesetzlich festgelegt, dass Länder diesen Grenzwert eigentlich schon seit 2010 einhalten sollen. Bisher wurde dieses Thema jedoch nicht intensiv angegangen und erfuhr nun durch den VW Abgasskandal plötzlich starke Aufmerksamkeit. Die DUH hat Bundesländer verklagt, in über 30 Städten für bessere Luft zu sorgen und zwar mit Fahrverboten, weil es anders nicht möglich scheint, in kurzer Zeit die Grenzwerte zu erreichen. Städte und Länder wehren sich gegen die zum Teil schon gesprochenen Urteile und legen Berufung ein. Sie fürchten zu große Nachteile für die Bevölkerung und die Wirtschaft und halten die Diesel Fahrverbote für übertrieben. In einigen Städten wurden sie jedoch bereits eingeführt. So gibt es seit dem 01. Juni 2018 ein Diesel Fahrverbot in zwei Straßen in Hamburg. Auch in Darmstadt sind inzwischen zwei Straßen betroffen. Stuttgart ist ein besonderer Fall. Hier gilt das Diesel Fahrverbot seit dem 01. Januar 2019 sogar im gesamten Stadtgebiet – auch Anwohner und Pendler dürfen nun nicht mehr nach Stuttgart einfahren. Bisher gilt es nur für Diesel mit der Abgasnorm Euro 4 und schlechter, doch es gibt bereits Urteile, dass es auf Euro 5 Diesel ausgeweitet werden soll. Baden-Württemberg weigert sich hier noch und wurde bereits zu einer Zahlung von Zwangsgeld verurteilt. Es muss also damit gerechnet werden, dass ab 2020 auch Euro 5 Diesel Stuttgart nicht mehr befahren dürfen. Auch München weigert sich, vom Gericht angeordnete Fahrverbote einzuführen. Hier wurde neben dem Zwangsgeld sogar schon über eine mögliche Beugehaft für hochrangige Politiker nachgedacht. Noch im Sommer 2019 soll auch in Berlin ein Diesel Fahrverbot eingeführt werden. Und weitere Urteile werden in zig weiteren Städten in den nächsten Monaten erwartet.

 

Rechtsschutzversicherung muss zahlen

Sie fragen sich, was das Ganze kostet? Wenn Sie eine Rechtsschutzversicherung haben, im Grunde gar nichts. Denn diese sind eigentlich verpflichtet, bei Schadensersatz- oder Widerrufsklagen die Kosten zu übernehmen. Grade beim Widerruf weigern sich manche Rechtsschutzversicherungen aber, die Kosten zu übernehmen. Doch keine Sorge, wir übernehmen für Sie die Anfrage und werden dabei auf zwei Urteile des Bundesgerichtshofes hinweisen, der gewisse Klauseln in Versicherungsverträgen als unzulässig angesehen hat. Beispielsweise weisen Versicherungen gerne daraufhin, dass die Versicherung nach dem Kreditvertrag abgeschlossen wurde und daher aus Gründen der Vorvertraglichkeit nicht gezahlt werden muss. Der Bundesgerichtshof hat aber entschieden, dass es hier nicht darum geht, wann der Kreditvertrag abgeschlossen wurde, sondern wann sich die Bank weigert, den Widerruf anzuerkennen – somit muss die Rechtsschutzversicherung zahlen. Gerne stellen wir die Deckungsanfrage bei Ihrer Rechtsschutzversicherung, um sicherzugehen, dass diese die Kosten im VW Abgasskandalstreit übernimmt.

Verbraucher ärgern sich über Wertverluste

Diesel Fahrverbote, Rückrufe, Software-Updates mit unsicheren Folgen – all dies sorgt im VW Abgasskandal vor allem für eins: Wertverluste! Bis zu 20% haben die vom VW Abgasskandal betroffenen Fahrzeuge seit 2015 an Wert verloren. Bei Händlern stehen Diesel deutlich länger auf dem Hof als früher. Viele bieten Rabatte oder Umtauschprämien an, um die Fahrzeuge überhaupt loszuwerden. Auch Privatverkäufer merken diesen Wertverlust, den sie VW zu verdanken haben, aber selber schultern müssen. Wer versucht, seinen Diesel auf dem Gebrauchtwagenmarkt zu verkaufen, der wird eine herbe Enttäuschung erleben. Kaum jemand möchte ein Fahrzeug kaufen, das nicht überall gefahren werden darf und durch das Software-Update womöglich noch unbekannte Schäden erleiden wird. Auch die Zulassungszahlen zeigen ganz deutlich, dass Verbraucher nicht mehr auf den Diesel setzen. Benziner haben dagegen deutlich zugelegt, so wie natürlich auch Fahrzeuge mit alternativen Antrieben.


Wenn auch Sie sich ärgern, dass VW geschummelt hat, Sie als Verbraucher aber den dadurch entstandenen Schaden ausbaden sollen, dann sind wir der richtige Ansprechpartner für Sie! Wir bieten Ihnen ein kostenloses und unverbindliches Erstgespräch an. Tauschen Sie sich mit einem erfahrenen Fachanwalt aus und erfahren Sie, welche rechtlichen Möglichkeiten Sie haben, sich im VW Abgasskandal gegen den Hersteller zu wehren und den Wertverlust nicht auf sich sitzen lassen zu müssen. Wir prüfen, ob auch Sie Anspruch auf Schadensersatz haben oder als Alternative Ihren Autokredit widerrufen können und so Ihr Fahrzeug loswerden – zu deutlich besseren Konditionen, als bei einem Verkauf. Im Rahmen der kostenfreien Erstberatung übernehmen wir darüber hinaus die Deckungsanfrage bei Ihrer Rechtsschutzversicherung. Gerne können Sie uns aber auch kontaktieren, wenn Sie (noch) nicht über eine Rechtsschutzversicherung verfügen – gemeinsam finden wir die beste Lösung für Ihre individuelle Situation.

Klagen gegen VW

Die juristische Auseinandersetzung mit dem VW Abgasskandal wurde in Deutschland und den USA höchst unterschiedlich gehandhabt. In den USA wurde VW vom Justizministerium sowie zahlreichen Verbrauchern verklagt und konnte sich schließlich 2016 mit allen einigen. Betroffene Verbraucher erhielten entweder eine Entschädigung oder VW kaufte die manipulierten Diesel zurück. Zusätzlich leistete VW Zahlungen an einen Umweltfonds. An die amerikanischen Behörden musste VW 4,3 Milliarden US Dollar zahlen. Insgesamt kostete der VW Abgasskandal den Konzern alleine in den USA damit mehr als 20 Milliarden Dollar.


In Deutschland wird die juristische Auseinandersetzung mit dem VW Abgasskandal wesentlich kompliziert und wird sich über Jahre hinziehen. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig verurteilte VW zur Zahlung von einer Milliarde Euro wegen der Verletzung der Aufsichtspflicht. Fünf Millionen davon waren als Geldbuße zu verstehen, was die höchste ist, die in Deutschland möglich ist. Die restlichen 995 Millionen Euro gelten als Abschöpfung wirtschaftlicher Vorteile. Anschließend wurde auch Audi verurteilt, diesmal zur Zahlung von 800 Millionen Euro. Auch diese setzt sich aus 5 Millionen Euro Geldbuße und den restlichen 795 Millionen Euro für die Abschöpfung wirtschaftlicher Vorteile zusammen.


Zudem laufen im VW Abgasskandal strafrechtliche Verfahren gegen etliche VW Mitarbeiter. Im April 2019 erhob die Staatsanwaltschaft Braunschweig Anklage gegen fünf hochrangige (ehemalige) VW Mitarbeiter, darunter auch den ehemaligen Vorstandvorsitzenden Martin Winterkorn. Ihm wird Betrug in einem besonders schweren Fall, Verstoß gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb sowie Untreue vorgeworfen. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu zehn Jahre Haft. Auch in den USA ist auf Winterkorn ein Haftbefehl ausgestellt worden. Weitere Vorwürfe gegen die anderen vier Angeklagten, die namentlich nicht bekannt sind, lauten Steuerhinterziehung und mittelbare Falschbeurkundung. Zudem laufen die Ermittlungen im VW Abgasskandal gegen dutzende weitere VW Mitarbeiter weiter. Ermittelt wird unter anderem wegen Datenlöschung und Marktmanipulation.


Auch gegen Audi Mitarbeiter wird strafrechtlich ermittelt. So hatte der ehemalige Vorstandsvorsitzende Rupert Stadler 2018 vier Monate in Untersuchungshaft gesessen. Ihm wird Betrug und mittelbare Falschbeurkundung vorgeworfen. Es wird erwartet, dass noch im Sommer gegen ihn und weitere Beschuldigte Anklage erhoben wird. Erst im Juli 2019 wurde bekannt, dass Audi offenbar noch viel länger betrogen hat als gedacht. Noch zwei Jahre, nachdem der VW Abgasskandal erstmals bekannt wurde, soll Audi manipulierte Fahrzeuge verkauft, das KBA belogen und das wahre Ausmaß des Abgasskandals in Europa vertuscht haben. Dazu wurden eigene Erkenntnisse zurückgehalten, Dokumente manipuliert und Messergebnisse vertuscht.

Einzelklage und Musterfeststellungsverfahren im VW Abgasskandal

Da die Vergleiche, die VW in den USA erzielt hat, auch nur dort gelten, können deutsche Verbraucher leider nicht damit rechnen, entschädigt zu werden. Sie müssen Ihr Recht selbst einklagen. Es gibt bereits über tausend Urteile im VW Abgasskandal, in denen Gerichte für die Verbraucher entschieden haben und VW zur Zahlung von Schadensersatz verurteilt wurde. Dabei versucht VW Urteile zu vermeiden und bietet bei einer drohenden Verurteilung einen Vergleich an, über den dann Stillschweigen vereinbart wird. Wie viele Fälle solcher Art es schon gab, ist daher nicht bekannt. Ein Beispiel hierzu fand vor dem Oberlandesgericht Naumburg statt. Als abzusehen war, dass das Gericht der Klägerin Schadensersatz zusprechen würde, machte VW ein Vergleichsangebot – das die Klägerin jedoch ablehnte. Sie wollte ein Urteil erzwingen, um rechtliche Klarheit zu schaffen, auch für andere Kläger. Daraufhin überwies der Händler der Klägerin den gesamten Kaufpreis plus Anwaltskosten – so konnte ein für VW ungünstiges Urteil verhindert werden.


Ein offizielles Urteil fällte allerdings das Oberlandesgericht Koblenz, das als erstes OLG den Hersteller im VW Abgasskandal zu Schadensersatz verurteilte. Allerdings wurde die Revision zum Bundesgerichtshof zugelassen. Diese Option wird VW voraussichtlich nutzen.


Ab September 2019 wird vor dem Oberlandesgericht Braunschweig zudem ein Musterfeststellungsverfahren gegen VW laufen. Hierbei soll entschieden werden, ob Kläger grundsätzlich ein Recht auf Schadensersatz haben. Beteiligt sind etwa 400.000 Kläger, die manipulierte Autos von VW, Audi, Seat oder Škoda fahren. Das Problem bei einer Musterfeststellungsklage ist, dass keine individuellen Ansprüche festgelegt werden. Es geht nur darum festzustellen, ob Ansprüche grundsätzlich bestehen. Im Anschluss muss jeder Kläger seine eigenen Ansprüche einklagen. Bis diese zwei Verfahren beendet sind, können viele Jahre vergehen. In dieser Zeit wir das manipulierte Fahrzeug voraussichtlich weiter genutzt – hierdurch verfährt man tatsächlich seine Ansprüche. Denn bei einer erfolgreichen Schadensersatzklage wird oftmals eine Nutzungsentschädigung für die gefahrenen Kilometer abgezogen. Bei einem dann sehr lange gefahrenen Auto sind die Ansprüche nicht mehr so hoch, als dass sich eine Klage lohnen würde.


Wir empfehlen daher allen VW Fahrern mit Rechtsschutzversicherung die individuelle Klage. So kommen Sie schneller zu Ihrem Recht und können daher mit einem höheren Anspruch rechnen. Wenn auch Sie sich von VW getäuscht fühlen, kontaktieren Sie uns! Wir zeigen Ihnen kostenfrei die rechtlichen Möglichkeiten auf, die Sie im VW Abgasskandal haben. Zusätzlich berechnen wir Ihre möglichen Ansprüche – so wissen Sie von Anfang an Bescheid!


Eine weitere Gefahr droht VW aus Richtung der Anleger. Auch diese fühlen sich durch den VW Abgasskandal getäuscht, weil VW nicht rechtzeitig auf die möglichen Probleme und damit einhergehenden Verluste aufmerksam gemacht hat. Im September 2018 begann vor dem Oberlandesgericht Braunschweig ein Kapitalanleger-Musterverfahren. Hier soll geklärt werden, ob VW gegen die Mitteilungspflichten nach dem Wertpapierhandelsgesetz verstoßen hat. In dem Fall könnte den Anlegern Schadensersatz zustehen. Etwa 2000 Anleger haben sich diesem Verfahren angeschlossen.

 

VW Abgasskandal – die Folgen für den Hersteller

Der VW Abgasskandal hat den Konzern schon gut 30 Milliarden Euro gekostet und es wird noch einiges dazu kommen. Alleine die vielen laufenden Klagen könnten Schadensersatzansprüche von mehreren Milliarden Euro bringen.

Auch die strafrechtlichen Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen und mehrere hochrangige Manager müssen mit Gefängnisstrafen rechnen.

Die Aktie von VW war zunächst abgestürzt, hatte sich aber bis 2019 wieder erholt. Auch der Fahrzeugabsatz wurde nicht so hart getroffen, wie man es eventuell anhand der vielen schlechten Nachrichten erwarten würde. So lag der Absatz 2017 mit 10,74 Millionen verkauften Fahrzeugen weltweit auf einem neuen Rekordhoch, das 2018 mit 10,83 Millionen verkauften Autos sogar noch gesteigert werden konnte. Bei den einzelnen Marken konnten Škoda, Seat und Porsche ebenfalls neue Rekorde erreichen. Audi dagegen schwächelte.

Schadensersatz fordern im VW Abgasskandal

Wenn Sie sich jetzt ärgern, dass VW in Deutschland so gut davon gekommen ist und bisher wirtschaftlich gesehen (zumindest im Vergleich zu den USA) keine allzu großen Einbußen hinnehmen musste, dann ist das verständlich. Sie wollten etwas Gutes für die Umwelt tun und kauften einen „clean diesel“, der sich letztendlich als überhaupt nicht sauber entpuppt. Statt entschädigt zu werden, gibt VW die Manipulationen nur häppchenweise zu, Audi verschleiert selbst nach Bekanntwerden des VW Abgasskandals weiterhin und die Verbraucher müssen es durch Fahrverbote und Wertverluste ausbaden.


Doch Verbraucher, deren Fahrzeuge über eine illegale Abschalteinrichtung verfügen, sind von VW getäuscht worden – und haben deshalb Anspruch auf Schadensersatz. Voraussetzung hierfür ist, dass das Gericht anerkennt, dass es sich um eine illegale Abschalteinrichtung handelt. Das ist in der Regel immer dann der Fall, wenn das Fahrzeug zurückgerufen wurde. Insofern stehen etwa 2,4 Millionen Haltern von VW Dieseln in Deutschland Schadensersatz zu.


Rufen Sie uns an! In einem kostenlosen Erstgespräch erklären wir Ihnen, ob auch bei Ihnen ein Schadensersatzanspruch vorliegt und wie hoch dieser ist. Gerichte berufen sich bei Schadensersatzurteilen in der Regel auf den Paragraphen 826 BGB, nach dem VW im Abgasskandal die Verbraucher vorsätzlich und sittenwidrig getäuscht hat. Demnach muss der Schaden wieder gut gemacht werden. Dies geschieht in der Regel, indem die Kläger den von ihnen gezahlten Kaufpreis erstattet bekommen. Oftmals bekommen Sie zusätzlich auch noch Zinsen. Im Gegenzug geben sie das manipulierte Fahrzeug an VW zurück. Der wirtschaftliche Vorteil ist so deutlich höher, als er es bei einem Verkauf sein könnte und man kann den Wertverlust ausgleichen. In einigen Fällen ziehen Gerichte vom Kaufpreis eine Nutzungsentschädigung ab. Diese liegt umso niedriger, je weniger das Fahrzeug gefahren wurde. Denn sie soll dem Hersteller ein Ausgleich sein für den Wertverlust, den das Fahrzeug durch das Fahren erlitten hat.


Unter Juristen ist das Prinzip der Nutzungsentschädigung in Schadensersatzfällen jedoch umstritten. Der Bundesgerichtshof hatte bereits festgestellt, dass derartig manipulierte Fahrzeuge gar nicht für eine Zulassung zum Straßenverkehr geeignet sind. Demnach haben sie juristisch gesehen auch keinen Wert. Und da sie keinen Wert haben, können sie diesen auch nicht durch das Fahren verlieren. Zusätzlich sagen Juristen, dass die Nutzungsentschädigung eine unbillige Entlastung der Hersteller wäre, da diese schließlich über Jahre hinweg und systematisch ihre Kunden getäuscht hätten.


Aber selbst, wenn Sie Nutzungsentschädigung zahlen müssen, kommen Sie bei einer Schadensersatzklage besser weg, als bei einem normalen Verlauf unter hohem Wertverlust.

 

HAHN Rechtsanwälte

HAHN Rechtsanwälte gilt als eine der führenden Kanzleien auf dem Gebiet der Kreditwiderrufe. Wir haben bereits tausende von Autokreditverträgen geprüft und wissen, an welchen Stellen sich in der Regel Fehler befinden. Mit über 30 Jahren Erfahrung auf dem Gebiet des Banken- und Kapitalmarktrechts stehen wir Anlegern und Verbrauchern kompetent zur Seite.

Nutzen Sie den Widerrufsjoker

Wenn eine Schadensersatzklage für Sie nicht in Frage kommt, etwa weil in Ihrem Fahrzeug keine illegale Abschalteinrichtung verbaut ist oder Sie gar keinen Diesel, sondern einen Benziner fahren, dann gibt es ebenfalls eine Möglichkeit für Sie, das Auto loszuwerden und mehr zu bekommen, als bei einem Verkauf. Und zwar den Widerrufsjoker! Vielleicht kennen Sie den schon aus Berichten über Immobilienkredite oder Lebensversicherungen? Denn auch dort kann er eingesetzt werden. Im Rahmen des VW Abgasskandals ist er aber vor allem bei Autokrediten bekannt geworden.


Wenn Sie Ihr Auto finanziert haben, sollten Sie jetzt hellhörig werden. Dabei ist es egal, ob es sich um einen VW oder einen anderen Wagen handelt. Sowohl Diesel als auch Benziner sind möglich. Den Widerrufsjoker können alle nutzen. Wichtig ist dabei nur, dass Sie den Kreditvertrag zusammen mit dem Kaufvertrag abgeschlossen haben und das Auto als privater Verbraucher gekauft haben. Wenn diese beiden Voraussetzungen auf Sie zutreffen, dann sollten Sie uns Ihren Kreditvertrag zusenden – wir prüfen diesen kostenlos und sagen Ihnen, ob auch Sie den Widerrufsjoker nutzen können. Denn eine Hürde gilt es noch zu nehmen, die allerdings nicht besonders hoch ist. Um auch heute noch Ihren Kreditvertrag widerrufen zu können, muss er nämlich Fehler enthalten. Doch keine Sorge, dies trifft auf etwa 90% aller Autokreditverträge zu. Somit ist die Wahrscheinlichkeit, dass auch Ihr Autokreditvertrag Fehler enthält, sehr hoch. Diese zu finden, ist jedoch nicht einfach, für einen Laien fast unmöglich. Deshalb nutzen Sie unser kostenloses und unverbindliches Angebot einer Prüfung und Sie erfahren im Nu, ob auch Sie Ihren Kreditvertrag widerrufen können und wie hoch Ihr Anspruch ist.


Normalerweise können diese Verträge nur 14 Tage nach Abschluss widerrufen werden. Doch wenn die besagten Fehler enthalten sind (die sich zum Beispiel oft in den Kündigungs- oder den Widerrufsbedingungen finden lassen), dann beginnt die Widerrufsfrist nicht zu laufen. Sie können Ihren Vertrag also auch Jahre später noch widerrufen. Bei einem erfolgreichen Autokreditwiderruf geben Sie das Auto an die Bank zurück. Dafür erhalten Sie die Raten, die Sie bereits bezahlt haben, erstattet und müssen das Darlehen auch nicht weiter bedienen. Auch wenn Sie eine Anzahlung getätigt haben, bekommen Sie diese zurück. Eventuell stehen Ihnen sogar Zinsen zu. Bei Verträgen die älter als Juni 2014 sind, wird Ihnen eine Nutzungsentschädigung abgezogen. Diese soll den Wertverlust ausgleichen, der durch die Jahre des Nutzens am Fahrzeug entstanden ist. Bei neueren Verträgen darf die Nutzungsentschädigung unserer Ansicht nach jedoch nicht mehr abgezogen werden. Wenn es gut läuft, sind Sie das Auto also jahrelang quasi für umsonst gefahren.

 

Chronik vom VW Abgasskandal

Auslöser des VW Abgasskandals war die interne Ansage, dass man Toyota als Marktführer verdrängen wollte. Damit musste man aber deutlich erfolgreicher auf dem amerikanischen Markt werden. Um dies zu schaffen, wollte man einen ganz besonders sauberen Diesel schaffen, der den Elektroautos von Toyota das Wasser reichen konnte. Dies musste aber sehr zügig geschehen. Schnell, sauber und günstig – vielen Ingenieuren war von vornherein klar, dass das nicht möglich sein würde, zumindest nicht, ohne zu schummeln. So kam der VW Abgasskandal ins Rollen.

2006: VW beginnt, illegale Abschalteinrichtungen in seinen Fahrzeugen zu verbauen

2007: Zulieferer Bosch warnt in einem Brief an VW davor, dass die Einrichtungen illegal sind

2014: Erste Vorwürfe kommen aus den USA, es folgen Zeitungsberichte auch in Deutschland, doch Folgen haben diese noch nicht. VW ruft 500.000 Fahrzeuge zurück, um einen angeblichen Softwarefehler zu beheben

September 2015: Am 03. September 2015 gibt VW den Betrug zu

Oktober 2015: VW kündigt an, ab Januar 2016 Fahrzeuge zurückrufen zu wollen

Januar 2016: Das amerikanische Justizministerium verklagt VW wegen des Verstoßes gegen das Luftreinheitsgesetz

April 2016: VW gibt bekannt, dass der Konzern 2015 aufgrund von Rückstellungen im VW Abgasskandal das schlechteste Ergebnis aller Zeiten eingefahren hat

Juni 2016: VW einigt sich in den USA mit den Kunden auf Schadensersatzzahlungen

August 2016: Erste Bundesländer verklagen VW. Der Konzern sei seiner Mitteilungspflicht nicht nachgekommen und habe deshalb Aktienverluste zu verantworten, heißt es – die Länder fordern Schadensersatz

Januar 2017: VW kann einen Vergleich mit dem US-Justizministerium erzielen und zahlt über 4 Milliarden Dollar. Gegen den früheren VW Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn wird nun auch wegen Betrug ermittelt, nachdem es zuvor bereits Ermittlungen wegen Marktmanipulation gab

Juli 2017: Der damalige Verkehrsminister Alexander Dobrindt verhängt ein Zulassungsverbot für den Porsche Cayenne. Dieser verfügt über eine illegale Abschalteinrichtung

August 2017: In den USA wird ein erster VW Mitarbeiter zu einer Gefängnisstrafe verurteilt

Januar 2018: Es wird bekannt, dass VW, BMW und Daimler Abgastests an Menschen und Affen finanziert haben

Mai 2018: Martin Winterkorn wird in den USA angeklagt, es wird Haftbefehl erlassen

Juni 2018: VW muss in Deutschland eine Milliarde Euro Bußgeld zahlen

September 2018: Eine Musterfeststellungsklage gegen VW wird eingereicht, nach wenigen Monaten haben sich bereits über 400.000 Verbraucher daran beteiligt

April 2019: VW, Daimler und BMW sollen sich zur Abgas-Technologie abgesprochen und damit gegen europäisches Kartellrecht verstoßen haben

Juni 2019: Zum ersten Mal verurteilt ein Oberlandesgericht VW zur Zahlung von Schadensersatz, auf Landesgerichtebene gibt es bereits hunderte Urteile

Juni 2019: Der Vorstandsvorsitzende Herbert Diess sagt im Fernsehen „Das, was wir gemacht haben, war Betrug“