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Der EA898 V8 Motor im Abgasskandal

Auch 4.0L und 4.2L Motoren betroffen

Auch größere 3.0, 4.0 und 4.2 Liter Motoren sind vom Abgasskandal betroffen, darunter auch der V8 Motor EA898. Er wird im VW Touareg, im Porsche Panamera, im Porsche Touareg und in den Audi Modellen A8, SQ7 und SQ8 eingesetzt.


Welche Modelle nutzen den EA898?

Der EA898 ist ein von Audi entwickelter Motor. Er tritt die Nachfolge des V8 4.2 Liter TDI an. Der EA 898 wird seit 2016 in mehreren Oberklasse Modellen von VW, Audi, Porsche und Bentley eingebaut. Die Fahrzeuge verfügen angesichts ihres Produktionszeitraumes alle über die Abgasnorm Euro 6. Da sich die V8 Motoren nicht mehr mit neuen Zulassungsbedingungen vereinbaren lassen, wird der Motor 2020 bereits wieder aus dem Programm genommen.

  • Porsche Panamera II 4.0L V8 (Produktion 2017 wieder eingestellt)
  • VW Touareg III 4.0L V8 (Produktion 2020 eingestellt)
  • Audi SQ7 4.0L V8 (Produktion 2020 eingestellt)
  • Audi SQ8 4.0L V8 (Produktion 2020 eingestellt)
  • Audi A8 4.0L V8 (Produktion 2020 eingestellt)
  • Bentley Bentayga 4.0L V8 (Produktion 2019 wieder eingestellt)

Erster Pflichtrückruf für Diesel mit dem EA 898

Angesichts der wenigen Diesel, die den EA898 Motor nutzen und der kurzen Produktionszeit ist es erstaunlich, dass es im Abgasskandal bereits den ersten Pflichtrückruf gibt. Im November 2019 wurde ein durch das Kraftfahrt-Bundesamt angeordneter Pflichtrückruf für den Porsche Panamera 4.0 Liter mit der Abgasnorm Euro 6 bekannt - mit dem Motor EA898. Laut KBA erfolgt der Rückruf aufgrund einer Konformitätsabweichung bezüglich der AES/BES Dokumentation und einer nicht hinreichenden Langzeitemissionsstabilität. Naheliegend ist, dass es sich bei dieser Erklärung um eine freundliche Umschreibung für eine unzulässige Abschalteinrichtung handelt. Porsche selbst erwähnt diesen Rückruf in einem Atemzug mit den anderen Rückrufen zum Motor EA 897 (Abgasnorm Euro 5 und Euro 6), die der Hersteller im Abgasskandal durchführen muss. Eingetragen ist der Rückruf unter dem Code AKB0. Betroffen sind weltweit über 3.000 Fahrzeuge, davon in Deutschland knapp 1.000. Der Hersteller muss die V8 Diesel in die Werkstatt holen, damit diese dort ein Software-Update bekommen können.

Was tun bei einer Einladung in die Werkstatt?

Haben Sie ein Schreiben von Porsche, bzw. vom Kraftfahrt-Bundesamt bekommen, in dem steht, dass für Ihren Porsche Panamera oder Cayenne ein Software-Update vorliegt? Dann sollten Sie genau schauen, ob es sich um einen Pflichtrückruf oder eine freiwillige Maßnahme handelt. Denn letztere können Sie ablehnen, während beim Ignorieren eines Pflichtrückrufs die Stilllegung drohen kann. Doch warum sollte man das Update überhaupt ablehen, schließlich ist es doch kostenlos? Nun, je mehr Fahrzeuge dieses Update im Rahmen des Abgasskandals bekommen, desto mehr negative Erfarungen werden bekannt. Über eine nachlassende Leistung oder Probleme mit dem Motor wird berichtet. Solange Ihr Porsche nur freiwillig in die Werkstatt gebeten wird, raten wir daher dazu, das Update nicht durchführen zu lassen.

Chance auf Schadensersatz auch bei größeren Motoren

Im Abgasskandal sind inzwischen längst nicht mehr nur Modelle mit dem kleinen EA189 Motor betroffen. Auch Autos mit den größeren V6 und V8 Dieselmotoren verfügen über eine unzulässige Abschalteinrichtung und können ihrem Halter deshalb einen Anspruch auf Schadensersatz bringen. Zum EA 898 gibt es noch kein Urteil, beim EA897, der in 3.0L V6 Modellen von WV, Audi und Porsche verbaut wurde, sprechen jedoch immer mehr Gerichte Schadensersatz zu. Verfügt das Auto über eine unzulässige Abschalteinrichtung, wurde der Käufer vorsätzlich und sittenwidrig gemäß § 826 BGB geschädigt und hat deshalb einen Anspruch auf Schadensersatz. Porsche, Audi und Volkswagen wurden aus genau diesen Gründen bereits mehrfach verurteilt. So konnte HAHN Rechtsanwälte selbst schon zahlreiche Urteile hinsichtlich manipulierter Fahrzeuge der Typen VW Touareg, Porsche Macan, Porsche Cayenne, Audi A6, Audi SQ5 und anderer erreichen.

Da der Abgasskandal noch lange nicht am Ende ist und immer neue Manipulationen zum Vorschein kommen, wäre es nicht verwunderlich, wenn auch der EA898 stärker betroffen wäre, als bisher gedacht. Je mehr Rückrufe es gibt, desto mehr Käufer haben Anspruch auf Schadensersatz.