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Der Opel Diesel Skandal

Widerrufsjoker und Schadensersatz im Abgasskandal

Der Opel Diesel Skandal weitet sich aus – das Kraftfahrt-Bundesamt hat eine illegale Abschalteinrichtung in mindestens drei Modellen nachgewiesen.


Schadensersatz im Opel Diesel Skandal

Im Opel Diesel Skandal geht es um illegale Abschalteinrichtungen, Software-Updates, Rückrufe und Wertverluste. Doch betroffene Verbraucher haben Rechte. Viele Verbraucher haben einen Anspruch auf Schadensersatz oder können den Widerrufsjoker einsetzen.

Welche Modelle sind vom Opel Diesel Skandal betroffen?

Seit 2015 gibt es auch einen Opel Diesel Skandal. Damals hatte das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) illegale Abschalteinrichtungen in den Modellen Insignia, Cascada und Zafira entdeckt. Opel startete daraufhin eine freiwillige Service-Maßnahme, in deren Rahmen ein Software-Update bei den betroffenen Fahrzeugen aufgespielt werden sollte. Dem KBA dauerte das aber zu lange, so dass es im Oktober 2018 schließlich einen verpflichtenden Rückruf aussprach. Insgesamt geht es um fast 100.000 Fahrzeuge weltweit. In Deutschland sind 32.000 Opel Fahrzeuge vom Skandal betroffen. Im Rahmen der freiwilligen Service-Maßnahme war bei 23.000 das Update schon durchgeführt worden, so dass hier nun noch 9.000 fehlen. Wichtig zu wissen ist hier: Die freiwillige Service-Maßnahme können Sie ablehnen, wenn Sie aufgrund von Erfahrungsberichten das Software-Update lieber nicht aufspielen lassen möchten. Da sich der Rückruf nun aber zu einem Pflichtrückruf entwickelt hat, müssen Sie aufpassen. Denn wenn Sie diesen ablehnen, kann es passieren, dass Ihr Fahrzeug zwangsstillgelegt wird.


Interessanterweise sind hier Fahrzeuge mit der Abgasnorm Euro 6 betroffen – relativ neue also. Sie sind zwar nicht von den parallel in vielen Städten eingeführten Fahrverboten betroffen, verfügen aber über eine illegale Abschalteinrichtung und werden deshalb zu einem Pflichtrückruf in die Werkstatt gerufen- Ähnlich war es auch bei Mercedes – auch hier betraf der Rückruf Fahrzeuge mit der Euro 6b Norm.


Opel selbst meint, nicht betrogen zu haben und wehrt sich gegen die Entscheidung. Einen Eilantrag gegen die Rückrufanordnung hatte das Verwaltungsgericht Schleswig-Holstein allerdings abgelehnt. Letztendlich lehnte auch das Oberverwaltungsgericht Schleswig-Holstein die weitere Beschwerde von Opel im November 2019 ab. Opel muss den Rückruf für Insignia, Zafira und Cascada also durchführen.


Im Mai 2019 folgte schließlich ein weiterer Rückruf. Dieser betrifft weltweit über 200.000 Fahrzeuge, in Deutschland alleine 54.000. Auch hier geht es um Stickoxide. Nach über 50.000 gefahrenen Kilometern kann es bei den Autos zu einem Defekt der Lambdasonde kommen. Daraufhin können die Stickoxidwerte überschritten werden. Von diesem Rückruf sind die Modelle Adam und Corsa in der Variante 1,2 und 1,4-Liter Ottomotor betroffen. Teil des Opel Diesel Skandals ist dieser Rückruf also nicht.

Einladung in die Werkstatt bekommen – was tun?

Sie haben von Opel eine Einladung in die Werkstatt bekommen und wissen nicht, wie Sie nun weiter vorgehen sollen? Zunächst war der Rückruf ja eine freiwillige Service-Maßnahme von Opel. Diese kann man durchaus ablehnen, ohne große Nachteile befürchten zu müssen. Sie fragen sich, warum man ein Update ablehnen sollte? Viele VW Fahrer haben nach dem Aufspielen des Updates über Probleme berichtet. Es wurden seltsame Motorgeräusche beobachtet, eine Versottung des Motors und ein deutlich höherer Spritverbrauch. Aus technischer Sicht raten wir daher davon ab, das Software-Update durchführen zu lassen. Inzwischen ist das Ganze durch das KBA aber zu einem verpflichtenden Rückruf geworden – und diesen können Sie leider nicht ablehnen. Denn wenn Sie dies tun, müssen Sie im schlimmsten Fall mit der Zwangsstillegung Ihres Fahrzeugs rechnen. Hier sollten Sie also nachgeben und das Software-Update aufspielen lassen. Kontaktieren Sie uns gerne, wenn Sie Post von Opel bekommen haben. Wir beraten Sie und erläutern Ihnen in einem kostenlosen Erstcheck Ihre rechtlichen Möglichkeiten.

Klagen im Opel Diesel Skandal und die Reaktion des Herstellers

Nachdem klar war, dass auch Opel die illegale Abschalteinrichtung verwendet hat, wurde im August 2018 die erste Schadensersatzklage im Opel Diesel Skandal eingereicht. Der Kläger hatte 2017 für knapp 20.000 Euro einen Opel Insignia erworben. Nachdem öffentlich wurde, dass unter anderem im Insignia eine illegale Abschalteinrichtung verbaut war, wandte er sich an einen Anwalt. Dieser verklagte vor dem Landgericht Offenburg sowohl den Händler (auf Rückzahlung des Kaufpreises abzüglich einer Nutzungsentschädigung), als auch den Hersteller selbst. Von Opel fordert der Kläger aufgrund von sittenwidriger und vorsätzlicher Schädigung Schadensersatz. Das Urteil steht noch aus. Die Anwälte sind aber zuversichtlich, da sowohl das Landgericht als auch das übergeordnete Oberlandesgericht Karlsruhe bereits positiv in mehreren VW Schadensersatzklagen geurteilt hatten.

Zudem ermittelt die Staatsanwaltschaft im Diesel Skandal gegen Opel, da der Vorwurf des Betrugs im Raum steht.

Opel streitet Betrugsvorwürfe aber weiterhin ab und verweist darauf, dass die Technik für den Motorschutz notwendig sei und den Vorschriften entspreche.

Fahrverbote drohen auch Opel Fahrern

Im Zuge des Abgasskandals sind auch Fahrverbote ein Thema geworden. Die Deutsche Umwelthilfe hat wegen zu schlechter Luft in dutzenden deutschen Städten geklagt. Hamburg, Stuttgart und Darmstadt haben Diesel Fahrverbote bereits eingeführt. Berlin wird noch im Sommer 2019 nachziehen und in zahlreichen weiteren Städten wird mit der Einführung von Diesel Fahrverboten noch 2019 oder 2020 gerechnet. Diesel bis zur Abgasnorm Euro 4 sind bei eingeführten Fahrverboten immer betroffen, in den meisten Städten sogar auch Euro 5 Diesel. Je nach Stadt trifft es zudem auch Benziner mit der Abgasnorm Euro 2 oder schlechter. Während oft nur einzelne Straßen von dem Fahrverbot erfasst werden, gilt es in Stuttgart im gesamten Stadtgebiet – ein weitreichender Eingriff in das Leben vieler Stuttgarter Dieselfahrer. Auch Opel, die keine illegale Abschalteinrichtung verbaut haben, sind so von den Fahrverboten und somit indirekt vom Opel Abgasskandal betroffen. Die Hersteller schieben die aus dem Opel Abgasskandal resultierenden Probleme auf die Verbraucher ab, die sich nun mit Fahrverboten, Rückrufen und unsicheren Software-Updates herumärgern müssen. Wehren Sie sich im Open Abgasskandal gegen den Hersteller – wir helfen Ihnen! Ein einfacher Verkauf des Autos ist keine Lösung. Denn Diesel haben aufgrund des Abgasskandals und der Fahrverbote massiv an Wert verloren. Das merken nicht nur Händler, sondern auch Privatverkäufer. Der Wertverlust ist nachvollziehbar – keiner will mehr Autos kaufen, die nicht überall gefahren werden können oder bei denen man nicht sicher ist, wie die langfristigen Wirkungen des Software-Updates aussehen werden.

Fordern Sie Schadensersatz

Sie haben die Möglichkeit gegen den Hersteller vorzugehen! Es gibt bereits erste Klagen und nachdem festgestellt wurde, dass auch Opel illegale Abschalteinrichtungen verbaut hat, können die gleichen Schadensersatzklagen erwartet werden, die schon gegen VW und Mercedes sehr erfolgreich sind. Viele Gerichte haben hier schon entschieden, dass die Hersteller gemäß §826 BGB die Verbraucher vorsätzlich und sittenwidrig getäuscht haben und damit zur Zahlung von Schadensersatz verpflichtet sind. Das heißt, bei einer erfolgreichen Schadensersatzklage im Opel Diesel Skandal bekommen Sie den Kaufpreis erstattet und geben das manipulierte Fahrzeug an den Hersteller zurück. Inzwischen sprechen sogar immer mehr Gerichte dem Verbraucher auch Zinsen zu – dafür, dass der Hersteller jahrelang mit dem Geld des Verbrauchers wirtschaften konnte. Eventuell wird eine Nutzungsentschädigung vom Kaufpreis abgezogen. Hiermit soll der Hersteller dafür entschädigt werden, dass das Fahrzeug in der Zwischenzeit an Wert verloren hat. Dies ist unter Juristen jedoch umstritten und HAHN Rechtsanwälte klagen in der Regel auf Schadensersatz OHNE Abzug der Nutzungsentschädigung. Senden Sie uns Ihre Unterlagen zu – wir bieten Ihnen eine kostenfreie Erstberatung an und machen dabei auch gleich eine Anfrage zur Kostendeckung bei Ihrer Rechtsschutzversicherung. So sind Sie sofort auf der sicheren Seite.

 

Warum ist die Nutzungsentschädigung umstritten?

Der Bundesgerichtshof hatte geurteilt, dass abgasmanipulierte Fahrzeuge aus juristischer Sicht nicht für die Zulassung und Nutzung im Straßenverkehr geeignet sind. Damit besitzen Sie juristisch gesehen keinen Wert. Und ohne Wert können sie diesen auch nicht durch Nutzung verlieren. Zudem würde der Hersteller durch Zusprechung einer Nutzungsentschädigung nach Meinung vieler Juristen unbillig entlastet. Auch würde die Sanktionswirkung deutlich abgeschwächt werden. Da Opel den Verbraucher jahrelang systematisch getäuscht hat, hat der Hersteller nach Meinung auch von HAHN Rechtsanwälte kein Recht auf eine Nutzungsentschädigung.

Alternative: Der Widerrufsjoker, auch für Benziner

Ihr Fahrzeug ist nicht direkt betroffen, weil er nicht über eine illegale Abschalteinrichtung verfügt? Vielleicht sind Sie dennoch von Fahrverboten betroffen? Aber selbst, wenn Sie weder direkt noch indirekt vom Abgasskandal betroffen sind und sogar, wenn Sie einen Benziner fahren, sollten Sie jetzt weiterlesen. Wir haben nämlich noch ein Ass im Ärmel, bzw. einen Joker – genauer gesagt den Widerrufsjoker. Dieser kann unabhängig vom Hersteller und von der Kraftstoffart genutzt werden. Dennoch gibt es ein paar Voraussetzungen, die Sie erfüllen müssen, um den Widerrufsjoker zu nutzen. Haben Sie zusammen mit dem Kauf des Opels vom Händler auch eine Finanzierung angeboten bekommen und einen Kreditvertrag unterschrieben? Haben Sie das Auto als Verbraucher gekauft? Dann sind zwei der drei Bedingungen schon mal erfüllt. Die dritte lautet: Ihr Autokreditvertrag muss Fehler enthalten. Das ist öfter der Fall als man denkt. HAHN Rechtsanwälte hat bereits tausende von Kreditverträgen geprüft und festgestellt, dass etwa 90% von ihnen fehlerhaft sind! Oft sind die Widerspruchsbedingungen nicht klar formuliert oder fehlen ganz. Es gibt viele verschiedene Arten von Fehlern, die einen Widerruf möglich machen. Senden Sie uns Ihren Kreditvertrag zu – wir prüfen diesen und melden uns schnellstmöglich bei Ihnen zurück.


Normalerweise haben Verbraucher 14 Tage Zeit, einen Kreditvertrag zu widerrufen. Doch wenn dieser Fehler enthält, beginnt diese Widerrufsfrist nicht zu laufen. Das heißt, auch nach Jahren können Sie den Kreditvertrag noch widerrufen. Bei einem erfolgreichen Widerruf geben Sie das Fahrzeug an die Bank zurück und erhalten im Gegenzug die Anzahlung und alle bereits gezahlten Raten erstattet. Zudem müssen Sie das Darlehen nicht weiter bedienen. So können Sie sich ganz elegant von Ihrem Auto trennen. Je nachdem, von wann Ihr Kreditvertrag ist, müssen Sie der Bank eventuell eine Nutzungsentschädigung zahlen. Doch diese fällt in der Regel nicht so hoch aus – so sind die Rückzahlungen regelmäßig höher, als wenn Sie versuchen würden, Ihr Fahrzeug auf dem Gebrauchtwagenmarkt zu veräußern. Sie müssen keinen Diesel fahren, um den Widerspruchsjoker nutzen zu können, aber natürlich bietet dieser gerade Dieselfahrern eine Chance, das ungeliebte und unter einem hohen Wertverlust leidende Auto im Zuge des Abgasskandals zu guten Konditionen loszuwerden.