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Die AdBlue-Dosierstrategie

Bei der AdBlue-Dosierstrategie handelt es sich um eine unzulässige Abschalteinrichtung. Dabei wird auf dem Prüfstand ausreichend AdBlue in den Abgasstrom eingespritzt, im Realbetrieb auf der Straße wird die Menge jedoch reduziert. Dies sorgt dafür, dass die Fahrzeuge nur auf dem Prüfstand die Grenzwerte für Stickoxid einhalten, auf der Straße jedoch viel mehr ausstoßen als erlaubt. Mercedes-Kunden haben deshalb einen Anspruch auf Schadensersatz.


Wie funktioniert die Abgasreinigung mit AdBlue?

Viele Modelle von Mercedes nutzen AdBlue zur Abgasreinigung. Dabei handelt es sich um einen Harnstoff, der direkt in den Abgasstrom gespritzt wird. Aufgrund der hohen Umgebungstemperatur wird er in Ammoniak umgewandelt. Dieses wiederum wandelt im Katalysator giftige Stickoxide in ungefährlichen Stickstoff und Wasser umgewandelt. So wird die Menge an Stickoxid, die die Fahrzeuge ausstoßen, reduziert. Das funktioniert aber natürlich nur, wenn auch ausreichend AdBlue eingespritzt wird.

So manipuliert Daimler die Abgasreinigung mit AdBlue

Zwei Punkte haben die Manipulation der Abgasreinigung bei Fahrzeugen mit AdBlue vorangebracht. Daimler gab den Entwicklern vor, die Autos so zu bauen, dass sie ausreichend AdBlue mitführen, um das regelmäßige Nachfüllen mit den Inspektionsterminen zu verbinden. Die Menge sollte also für eine bestimmte Kilometerzahl ausreichen. Hierfür hätte naturgemäß ein entsprechend großer Tank eingebaut werden müssen. Dies wiederum war der Daimler AG bei einigen Modellen anscheinend zu teuer.

Die Lösung, die sie entwickelte: Auf dem Prüfstand, wenn es darum geht, die Typengenehmigung zu erlangen, sollte ausreichend AdBlue eingespritzt werden, so dass die Fahrzeuge dann sauber wirken. Im Realbetrieb auf der Straße dagegen würde die Menge an AdBlue, die in den Abgasstrom gespritzt wird, einfach so weit reduziert, dass das Intervall bis zum nächsten Inspektionstermin überbrückt werden kann – ganz ohne ausreichend großen Tank.
Dass das nicht erlaubt ist, liegt auf der Hand. So stufte das Kraftfahrt-Bundesamt diese AdBLue-Dosierstrategie dann auch als unzulässige Abschalteinrichtung ein.

Anfang 2021 erklärte das Bundesverkehrsministerium diese Strategie etwas genauer:

"Während unter Bedingungen, wie sie auch für die Typprüfung vorgegeben sind, nach Motorstart ein vergleichsweise effektiver Modus geschaltet ist, wird nach dem Erreichen einer bestimmten Stickoxidmasse nach Ablauf des Prüfzyklus dauerhaft in einen weniger effektiven Modus geschaltet."

Besonders offensichtlich wird die Manipulation durch einen weiteren Punkt:

"Ein Zurückschalten in den effektiven Modus erfolgt danach nicht mehr, sondern erst nach Motorneustart. Dies wird als unzulässige Abschalteinrichtung bewertet."

Welche Mercedes Diesel nutzen AdBlue?

1,4 Millionen Mercedes Diesel sind europaweit bereits verpflichtend zurückgerufen worden, weil das KBA in ihnen unzulässige Abschalteinrichtungen entdeckt hatte. Laut Verkehrsministerium habe das KBA bisher fünf unzulässige Abschalteinrichtungen ausgemacht, darunter die Kühlmittel-Sollwert-Temperaturregelung und die AdBlue-Dosierstrategie. Nicht bei allen Pflichtrückrufen ist klar, welche Abschalteinrichtung ursächlich war.

Über AdBlue verfügen jedoch mindestens die folgenden Modelle, die bereits durch das KBA verpflichtend zurückgerufen worden sind:

 

  • C 180 BlueTEC
  • C 200 BlueTEC
  • C 300 BlueTEC Hybrid
  • E 350 BlueTEC
  • GL 350 BlueTEC 4MATIC
  • GLK 220 BlueTEC 4MATIC
  • GLK 250 BlueTEC 4MATIC
  • ML 250 BlueTEC 4MATIC
  • ML 350 BlueTEC 4 MATIC
  • S 300 BlueTEC Hybrid
  • S 350 BlueTEC
  • S 350 BlueTEC 4MATIC

Ihre Möglichkeiten im Abgasskandal

Fahren Sie eines der oben aufgelisteten Modelle, dann nutzt Ihr Fahrzeug die unzulässige AdBlue-Dosierstrategie, weshalb Sie Anspruch auf Schadensersatz haben. In vielen Fällen befinden sich sogar mehrere unzulässige Abschalteinrichtungen in einem Auto. Zudem ist die AdBlue-Dosierstrategie bei weitem nicht die einzige von der Daimler AG verwendete unzulässige Abschalteinrichtung. Auch wenn Sie Ihr Modell in der Liste nicht wiederfinden, können Sie deshalb Anspruch auf Schadensersatz haben.

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Im Zuge einer erfolgreichen Schadensersatzklage können Sie das manipulierte Auto an die Daimler AG zurückgeben. Diese muss Ihnen im Gegenzug den Kaufpreis erstatten. Lediglich eine Nutzungsentschädigung für bereits gefahrene Kilometer müssen Sie sich dabei anrechnen lassen. Der wirtschaftliche Vorteil gegenüber einem Verkauf des Gebrauchtwagens ist in der Regel ganz erheblich. Denn im Zuge des Abgasskandals und der Diesel Fahrverbote haben auch Mercedes Diesel einen starken Wertverlust erlitten. Nehmen Sie diesen nicht hin, sondern wehren Sie sich gegen die Manipulation!

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HAHN Rechtsanwälte ist seit 2001 ausschließlich für Verbraucher tätig und gehört zu den erfolgreichsten Kanzleien im Abgasskandal gegen Mercedes, Audi, Porsche und VW.

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