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EA897 von Abgasskandal betroffen - Schadensersatzansprüche durchsetzen

OLG Koblenz spricht Schadensersatz zu

Mit einem inzwischen rechtskräftigen Urteil des OLG Koblenz hat ein Halter eines Diesels mit EA897 Motor Schadensersatz zugesprochen bekommen. Ihre Chancen als betroffener Verbraucher im Abgasskandal um den EA897 steigen!


Welche Autos nutzen den Motor EA897?

Der VW-Motor EA 897 ist in zahlreichen Premium-Modellen von Porsche, Audi und VW verbaut. Zu den Audi-Modellen gehören der A4, A5, A6, A7 und A8 sowie die Modelle Q5 und Q7. Bei der VW-Tochter Porsche sind der Macan, der Cayenne II und der Panamera I mit diesem Diesel-Motor ausgestattet. Und bei VW selbst findet sich der Motor in den Modellen Amarok, Touareg II und Phaeton.

Den Motor des VW-Konzerns gibt es in den Ausführungen EA897 und EA897evo. Betroffene Fahrzeuge verfügen sowohl über die Abgasnorm Euro 5, als auch über die Abgasnorm Euro 6.

Das Kraftfahrt-Bundesamt hat zahlreiche verpflichtende Rückrufe für diese Modelle mit 3-Liter-Dieselmotoren angeordnet. In der Rückruf-Datenbank des KBA finden sich diese Rückrufe unter dem Code 23X6. Dabei wirft das Amt dem Volkswagen-Konzern die Nutzung von unzulässigen Abschalteinrichtungen vor, formuliert dies teilweise aber sehr zurückhaltend:

  • Entfernung unzulässiger Abschalteinrichtungen bzw. der unzulässigen Reduzierung der Wirksamkeit des Emissionskontrollsystems
  • Konformitätsabweichung Antriebssteuerungssoftware
  • Konformitätsabweichung von den Vorschriften des Anhang XVI, Abschnitt 4 der Verordnung (EG) Nr. 692/2008

Betroffen von den Rückrufen sind sowohl Euro 5, als auch Euro 6 Autos. Sie müssen in der Werkstatt ein Software-Update bekommen, mit dem die illegale Abschalteinrichtung (die den Stickoxid-Ausstoß auf dem Prüfstand reduziert) entfernt wird. Erfahrungen mit diesem Software-Update sind aber nicht immer positiv. Viele Fahrer berichten beispielsweise von einem anschließenden erheblichen Mehrverbrauch an AdBlue und vorzeitig ausfallenden Verschleißteilen.

Fahrzeuge mit Motor EA897 oder Ea897evo, die vom Abgasskandal betroffen sind:

Porsche: Cayenne II (Euro 5), Panamera I (Euro 5), Macan (Euro 6), Cayenne II (Euro 6)

VW: Phaeton (Euro 5), Touareg II (Euro 5), Amarok (Euro 6), Touareg II (Euro 6)

Audi: A4, A5, A6, A7, A8, Q5, Q7 (alle Euro 5); A4, A5, A6, A7, A8, Q5, Q7 (alle Euro 6)

Der EA 897 in Audi Modellen

Der EA897 Motor wird vorrangig in Diesel Modellen von Audi eingesetzt. Audi war zudem federführend in der Entwicklung dieses Motors. Eingesetzt wird der EA897 in allen größeren Diesel Modellen von Audi, vom A4 bis zum A8, sowie im Q5 und im Q7. Wichtig zu wissen ist dabei, dass jeweils immer die Euro 5 und die Euro 6 Versionen diesen Motor nutzen. Für diese Fahrzeuge gab es bereits zahlreiche Pflichtrückrufe durch das KBA. Bei den folgenden Fahrzeugen sind jeweils die Euro 5 und die Euro 6 Version zurückgerufen worden: A6, A7, A8. Bei den Modellen A4, A5, Q5 und Q7 jeweils die Euro 6 Versionen.

Der EA 897 in VW Modellen

Auch größere VW Modelle nutzen den EA 897, vorraging der VW Touareg (Euro 5 und Euro 6), aber auch der VW Phaeton (Euro 5) und der VW Amarok (Euro 6). Für den Touareg mit der Abgasnorm Euro 6 gab es bereits einen Pflicht-Rückruf. Zudem wurde für diesen Modell schon mehrfach Schadensersatz zugesprochen. HAHN Rechtsanwälte konnte selbst schon zahlreiche positive Urteile bei diesem SUV erreichen.

Der EA 897 in Porsche Modellen

Sowohl der Cayenne, als auch der Panamera und der Macan von Porsche nutzen den EA897 und sind ganz konkret vom Abgasskandal betroffen. Pflichtrückrufe gab es bereits für den Macan 3.0 Liter mit der Abgasnorm Euro 6, für den Cayenne 3.0 Liter (Euro 6) und für den Cayenne 4.2 Liter (Euro 5). Zum Panamera 3.0 Liter (Euro 5) wird zudem gerade ein Gutachten erstellt - auch hier vermutet das Gericht, dass eine unzulässige Abschalteinrichtung vorliegt.

Urteil vom Oberlandesgericht Koblenz: Schadensersatz auch bei EA897

Der große Durchbruch im Diesel-Abgasskandal um den Motor des Typs EA897 kam am 05.06.2020 mit einem Urteil des OLG Koblenz (AZ: 8 U 1803/19). Nachdem Audi es unterließ, Revision einzulegen, ist das Urteil (das erste OLG Urteil gegen die Audi AG bezüglich der großen 3.0 Liter TDI Motoren) inzwischen rechtskräftig. Das Verfahren wird also nicht an den BGH verwiesen.

Das Gericht verurteilte die Audi AG zur Zahlung von Schadenersatz im Gegenzug zur Rückgabe des Diesel-Fahrzeugs - eines Audi SQ5 3.0 TDI V6 mit dem Motor EA 897 und der Abgasnorm Euro 6 (das Fahrzeug war Teil einer verpflichtenden Rückrufmaßnahme). Laut Klägerin enthält das Fahrzeug eine schnelle Motoraufwärmfunktion - das Gericht bestätigte, dass es sich dabei um eine unzulässige Abschalteinrichtung handelt. Die schadstoffmindernde schnelle Motoraufwärmfunktion würde nahezu nur im Prüfzyklus anspringen, während die Schadstoffminderung im realen Verkehr unterbleibe. Es sah den Tatbestand der vorsätzlichen sittenwidrigen Schädigung als gegeben an und sprach der Klägerin deshalb genäß § 826 BGB Schadenersatz zu. Sie bekommt den von ihr aufgewendeten Kaufpreis erstattet, muss sich allerdings gemäß eines vor kurzem gefällten BGH-Urteils eine Nutzungsentschädigung für die gefahrenen Kilometer anrechnen lassen. Die Klägerin hatte das Fahrzeug finanziert und das Darlehen inzwischen bereits abgelöst. Die Audi AG wurde ebenfalls dazu verurteilt, ihr die Zinsen, die sie für das Darlehen aufgewendet hat, zu erstatten.

Im Rahmen der geschuldeten Naturalrestitution ist die Klägerin auch bei den Finanzierungskosten so zu stellen, als ob der Darlehensvertrag nicht abgeschlossen worden wäre. Ohne Abschluss des Kaufvertrages hätte die Klägerin keinen diesen finanzierenden Darlehensvertrag abgeschlossen und es wären keine Zinszahlungen angefallen.

 

 

Bereits im August 2019 war es vor dem Oberlandesgericht Karlsruhe zu einem möglicherweise wegweisenden Verfahren zum EA897 gekommen. Denn das OLG Karlsruhe entschied, ein Sachverständigengutachten einzuholen. Mit der Einholung dieses Gutachtens soll geklärt werden, ob die Motoren des Typs EA 896 und EA 897 mit der Abgasnorm Euro 5 über eine illegale Abschalteinrichtung verfügen. Betroffen sind ein Audi Q5 V6 3.0 Liter TDI und ein Audi A4 3.0 Liter TDI. Das OLG Karlsruhe geht davon aus, dass in den Autos ein Thermofenster enthalten ist. Die Volkswagen AG muss nun darlegen, dass dieses ausnahmsweise zum Motorschutz zulässig ist - ein schwieriges Unterfangen, haben doch schon mehrere Gerichte das Thermofenster als eine unzulässige Abschalteinrichtung eingestuft. Erst im Dezember 2020 stufte der Europäische Gerichtshof Abschalteinrichtungen grundsätzlich als unzulässig ein und grenzte die Möglichkeit, diese zum Motorschutz für notwendig und damit zulässig zu erklären, extrem ein.

Weitere Schadensersatz Urteile vor Landgerichten zum EA897

Immer mehr Landgerichte verurteilen die Audi AG, die Porsche AG und die Volkswagen AG auch bei Dieseln mit manipulierten 3-Liter-Dieselmotoren zu Schadenersatz. Exemplarisch seien hier einige Beispiele für von uns erstrittene Urteile genannt:

Landgericht Köln: Schadensersatz für einen VW Touareg 3.0 V6 mit der Abgasnorm Euro 6. VW wird wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung verurteilt. Der Käufer hatte sich vor dem Kauf beim Hersteller VW und beim Händler versichern lassen, dass das Fahrzeug nicht vom Dieselskandal betroffen sei. Zwei Jahre später erfolgte der Pflichtrückruf durch das Kraftfahrt-Bundesamt. Das Auto geht zurück an den VW-Konzern. Der Kläger bekommt den Kaufpreis erstattet, muss sich jedoch eine Nutzungsentschädigung für die gefahrenen Kilometer anrechnen lassen.

Landgericht Nürnberg-Fürth: Der Audi A6 mit der Schadstoffklasse Euro 6 enthält laut Gericht eine unzulässige Abschalteinrichtung in Form einer schnellen Motoraufwärmfunktion. Nach einem Pflichtrückruf durch das Kraftfahrt-Bundesamt hatte das Fahrzeug bereits ein Software-Update bekommen. Der Audi Besitzer hat aufgrund der Abschalteinrichtung einen Schadensersatzanspruch und kann das Auto an den Hersteller zurückgeben. Den Kaufpreis bekommt er erstattet.

Landgericht Wuppertal: In dem Verfahren ging es um einen Porsche Cayenne, wobei sowohl Audi als auch Porsche angeklagt waren. Porsche verteidigte sich damit, den Motor nicht entwickelt und hergestellt zu haben, Audi damit, das betroffene Auto weder produziert noch verkauft zu haben. Das Gericht verurteilte beide als Gesamtschuldner! Die Klägerin kann den Wagen zurückgeben, muss sich aber für die gefahrenen Kilometer eine Nutzungsentschädigung anrechnen lassen. Da sie aber in drei Jahren nur 15.000 Kilometer gefahren war, fällt diese sehr niedrig aus. Im Endeffekt bekommt sie für ein drei Jahre altes Fahrzeug, das sie als Neuwagen für 81.000,00 Euro erworben hatte, nun 76.000,00 Euro zurück.

Landgericht Ulm: Besonderheit in diesem Fall war, dass der Kläger den betroffenen Porsche Macan schon weiter verkauft hatte. Er hatte das Fahrzeug für 70.000,00 Euro gekauft und für 42.000,00 Euro weiter verkauft. Da er den Wagen nicht zurückgeben kann, muss er sich diesen Verkaufserlös, ebenso wie einen Nutzungswertersatz für gefahrene Kilometer anrechnen lassen. Dennoch bekommt er vom Gericht letztendlich noch 17.000,00 zugesprochen. Ein Beispiel dafür, wie groß der Unterschied zwischen dem Verkaufserlös von betroffenen Fahrzeugen und dem zugesprochenen Schadensersatz sein kann.

Landgericht Potsdam: Die Porsche AG und die Audi AG werden bei einem Porsche Macan wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung zu Schadensersatz verurteilt. Die Klägerin, die das Fahrzeug finanziert hatte, kann sich aussuchen, wen sie in Anspruch nimmt. Sie bekommt gegen Rückgabe des Wagens ihre Anzahlung und alle bereits geleisteten Raten erstattet und muss das Darlehen nicht weiter bedienen.

Landgericht Krefeld: Das Landgericht verurteilte den Händler und die Porsche AG wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung zu Schadenersatz. Die Audi AG war ebenfalls angeklagt worden, wurde aber nicht verurteilt. Der Porsche Macan geht gegen Erstattung des Kaufpreises an den Hersteller zurück. Der Kläger muss sich eine Nutzungsentschädigung anrechnen lassen, bekommt aber zusätzlich auch deliktische Zinsen zugesprochen.

 

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Setzen Sie auf die Erfahrung von HAHN Rechtsanwälte im Abgasskandal

HAHN Rechtsanwälte gehört zu den erfolgreichsten Kanzleien im Abgasskandal um den EA897. So konnte die Kanzlei das erste Urteil vor einem Oberlandesgericht in einem solchen Fall erreichen. Das Urteil des OLG Koblenz ist zudem schon rechtskräftig. Besonders viele positive Urteile konnten bei Porsche Modellen mit dem EA897 (Cayennen und Macan) erreicht werden, aber auch zum VW Touareg gibt es zahlreiche Urteile, sowie zu den verschiedenen Audi Modellen. Gerne prüfen wir - im Rahmen einer Erstberatung kostenlos und unverbindlich - die Betroffenheit Ihres Fahrzeugs. Fahren Sie einen Porsche, einen Audi mit 3.0 Liter Motor oder einen VW Touareg, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass in dem Fahrzeug der EA897 verbaut wurde. Zahlreiche Modelle sind von Pflichtrückrufen durch das KBA betroffen. Welche Langzeitfolgen das dann notwendige Software-Update haben wird, kann noch nicht abgesehen werden. Doch das Update für den EA189 hat bei vielen Fahrern für Unmut gesorgt. So muss auch beim Update für den EA897 mit einer nachlassenden Leistung und einem erhöhten AdBlue Verbrauch gerechnet werden. Diese negativen Folgen müssen Sie nicht kampflos hinnehmen. Nutzen Sie die Chance, im Zuge eines positiven Schadensersatzurteils Ihr Fahrzeug zurückzugeben und den Kaufpreis erstattet zu bekommen.

Hintergrund: Der Audi Abgasskandal

Der Audi-Dieselskandal nimmt immer größere Auswüchse an. War Audi zunächst durch den Motor EA 189 vom VW-Abgasskandal betroffen, gibt es spätestens seitdem auch die größeren Motoren ins Visier der KBA-Ermittler geraten sind, auch einen eigenständigen Audi-Skandal. Betroffene Audis mit Motor EA 189 sind beispielsweise die Modelle A1 bis A6, sowie der Q3, der Q5 und der TT. Die betroffenen Autos mit größerem Motor reichen dabei vom A4 bis zum A8 und vom Q5 bis zum Q7. Die Audi AG wurde in zahlreichen Urteilen zu Schadensersatz verurteilt. Selbst vom BGH gibt es seit dem 25. Mai 2020 ein verbraucherfreundliches Urteil zum EA189. Bis es auch ein BGH-Urteil zum EA897 geben wird, scheint es nur noch eine Frage der Zeit zu sein.

Betroffene Verbraucher haben im Diesel-Skandal rund um die größeren Motoren des Typs EA 897 immer bessere Chancen, ihre Schadensersatzansprüche mit einer Klage durchzusetzen. Das Urteil des OLG Koblenz könnte Signalwirkung haben und nun eine Klagewelle in diesem Abgas-Skandal 2.0 lostreten.

Weitere Informationen zum Audi Abgasskandal bekommen Sie hier.

Hindergrund: Der Porsche Abgasskandal

Porsche geriet über Umwege in den Strudel des Abgasskandals. Denn Porsche stellt selbst keine Motoren her, sondern bekommt diese von Audi geliefert. Als Audi also zugeben musste, bei den 3.0 Liter Motoren manipuliert zu haben, war plötzlich auch Porsche vom Skandal erfasst. Lange verteidigte sich Porsche damit, man habe die Motoren von Audi bekommen und trage deshalb selber keine Schuld. Doch die Gerichte sehen dies anders und verurteilen Porsche regelmäßig als Autohersteller zu Schadensersatz. Auch ein Bußgeld wegen der fahrlässigen Verletzung der Aufsichtspflicht musste Porsche im Dieselskandal zahlen. Inzwischen muss davon ausgegangen werden, dass jedes Porsche Diesel Modell (Motoren EA897 und EA898) über eine unzulässige Abschalteinrichtung verfügt.

Alles zum Porsche Abgasskandal erfahren Sie hier.

Hintergrund: Der VW Abgasskandal

VW brachte den Abgasskandal im September 2015 ins Rollen. Millionen Diesel wurden zurückgerufen und mussten ein Software-Update bekommen. Dieses sorgte dann wiederum für Probleme. Nach Jahren der Verzögerung durch VW wurde im Mai 2020 endlich auch die Schummelei durch den Bundesgerichtshof bestätigt. VW ist sicherlich am meisten durch den Abgasskandal in die negativen Schlagzeilen gerückt, doch nicht weit dahinter folgen die anderen deutschen Hersteller, allen voran Audi, Porsche und Daimler mit seinen Mercedes Modellen.

Stand zunächst der EA189-Motor im Zentrum des Abgasskandals, folgte inzwischen der EA 288, sowie nun auch die großen Motoren EA 896, EA 897 und EA898, die bei Audi, Porsche und VW verwendet werden. Besonders Autos mit der Schadstoffklasse Euro 5 sind betroffen, doch ebenso werden Euro 6 Diesel zurückgerufen und von Gerichten als manipuliert eingestuft. Ihr Anwalt im Dieselskandal kann helfen, Ihre Schadensersatzansprüche zu erkennen und gegenüber dem VW-Konzern durchzusetzen.

Ausführliche Informationen zum VW Abgasskandal gibt es hier.