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Der Peugeot Diesel Skandal

Widerrufsjoker bringt Geld zurück

Der Peugeot Diesel Skandal schwelt seit Jahren vor sich hin, Verbraucher werden aber von Behörden und Justiz allein gelassen.


Der Peugeot Diesel Skandal

Im Peugeot Diesel Skandal wurden dem Hersteller in Frankreich hohe Bußgelder von fünf Milliarden Euro angedroht. Passiert ist bisher nichts. Deutsche Verbraucher haben dagegen die Chance, sich mit Hilfe des Auto Kredit Widerrufs im Abgasskandal zu wehren.

Vorwürfe auch gegen Peugeot

Betroffen sind laut den französischen Behörden sowohl Euro 5 Diesel als auch Euro 6 Diesel. Zu letzterem fanden die Ermittler sogar interne Papiere, in denen es hieß, beim Euro 6 Diesel solle „der Aspekt der Abschalteinrichtung weniger offensichtlich und erkennbar“ gemacht werden. Zum Euro 5 Diesel wurden Papiere gefunden, in den von zwei Programmen die Rede ist: LowNox und LowCO2. Ersteres verringere den Stickoxidausstoß, erhöhe aber den Verbrauch und solle auf der Straße möglichst selten anspringen. Der zweite wiederum senke den Verbrauch und den Kohlenstoffdioxid, erhöhe aber signifikant den Stickstoffausstoß. Ein klarer Hinweis darauf, dass eine illegale Abschalteinrichtung verwendet wird, die erkennt, wenn sich die Peugeot Fahrzeuge auf dem Prüfstand befinden.

Deutschland kann keine Rückrufe gegen Peugeot verhängen, selbst wenn es wollte. Denn Rückrufe können nur in dem Land angeordnet werden, in dem auch die Zulassung verhängt wurde. Frankreich scheint aber kein Interesse daran zu haben, Peugeot zu bestrafen, obwohl die Ermittlungen der französischen Behörden eindeutig zeigen, dass geschummelt wurde. Dennoch hat Deutschland die Möglichkeit, durchzugreifen. Denn die EU sieht die Möglichkeit vor, bis zu 5.000 Euro pro manipuliertem Auto an Bußgeldern zu verhängen. Dies ist auch gegen ausländische Hersteller möglich. Aber auch hier scheint der Verkehrsminister zurückhaltend zu sein. Konsequenz könnte nämlich sein, dass die französischen Behörden deutsche Automarken wie VW und Daimler näher untersuchen.

Update Januar 2020: Wie dem Portal www.kfz-rueckrufe.de zu entnehmen ist, wurde nun endlich ein Rückruf bekannt gegeben. Davon betroffen sind knapp 30.000 Fahrzeuge vom Konzern PSA, zu dem neben Peugeot auch Citroën und DS gehören. Dabei sind sowohl Benziner als auch Diesel betroffen. Grund für den Rückruf sind erhöhte Stickoxidwerte. Bei Peugeot geht es dabei um die folgenden Modelle: 208 und 2008 (Benziner) und 208, 308, 508, 2008, 3008 und 5008 (Diesel). Die Fahrzeuge müssen ein Software-Update bekommen, das den Kompromiss zwischen den Partikeln und den Nox-Emissionen optimieren soll.

Übrigens sind Peugeot Diesel Fahrzeuge natürlich auch von Fahrverboten betroffen. Immerhin 87% aller Peugeot Diesel liegen unterhalb der Euro 6 Abgasnorm und sind damit von Diesel Fahrverboten betroffen, die es bereits in Hamburg, Stuttgart und Darmstadt gibt. Zudem werden zahlreiche weitere Städte sie vermutlich in Kürze einführen.

Die Bild Zeitung spricht von zwei Millionen Peugeot und Citroën Fahrzeugen, die mit einer illegalen Abschalteinrichtung versehen sind. Betroffene Peugeot Fahrzeuge sind demnach unter anderem die Modelle 208, 807 und 5008. Der PSA Konzern, der Peugeot und Citroën Fahrzeuge baut und erst 2017 Opel übernommen hatte, erklärte, man habe sich an alle Vorschriften gehalten. In einer Stellungnahme heißt es, „dass die Fahrzeuge des Konzerns nie mit Einrichtungen ausgestattet waren, die eine Konformitätsprüfung erkennen und ein Abgasreinigungssystem aktivieren, das im realen Betrieb auf der Straße ausgeschaltet ist.“

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Ihre Möglichkeiten im Peugeot Diesel Skandal

Wenn Sie betroffen sind, und sich gegen den Hersteller wehren wollen, müssen Sie aber nicht auf die französische Justiz warten. Sie können sich auch jetzt schon an uns wenden. HAHN Rechtsanwälte prüft Ihre Verträge und erklärt Ihnen in einer kostenlosen Erstberatung, was Sie tun können. Ganz unabhängig davon, wann oder wie die französische Justiz im Peugeot Diesel Skandal entscheidet, können Sie Ihren Autokredit widerrufen. Vorausgesetzt natürlich, Sie haben den Autokauf finanziert und zwar als Verbraucher, da es sich hier um Verbraucherrecht handelt! Wenn Sie zusammen mit dem Kaufvertrag auch einen Kreditvertrag abgeschlossen haben, gelten diese beiden Verträge als wirtschaftliche Einheit und werden daher gemeinsam behandelt. Wenn Sie nun den Kreditvertrag widerrufen, wird deshalb auch der Kaufvertrag rückabgewickelt. Normalerweise haben Sie nur eine Widerrufsfrist von 14 Tagen, doch sehr viele Kreditverträge enthalten Fehler, so dass diese Frist nicht zu laufen beginnt. Sie können also auch Jahre später noch widerrufen, sofern der Vertrag noch nicht ausgelaufen ist. So können Sie Ihren Peugeot an die Bank zurückgeben und die gezahlten Raten, sowie eine eventuell getätigte Anzahlung zurückerhalten. Auch einen Anspruch auf Zinsen haben Sie unserer Auffassung nach. Eine elegante Art, sich zu wehren! Je nachdem, von wann Ihr Vertrag ist, wird eventuell eine Nutzungsentschädigung abgezogen. Diese soll den Wertverlust ausgleichen, denn der Peugeot durch die bereits gefahrenen Kilometer erlitten hat.

Was passierte im Abgasskandal?

Hersteller von Diesel Fahrzeugen nutzten verschiedene Strategien, damit die Autos erkennen konnten, wenn sie sich auf dem Prüfstand befanden. Die Motorsteuerung sorgte dann dafür, dass die Abgasreinigung in den optimalen Modus schaltete. So wurden die Autos in eine attraktive Abgasklasse eingestuft (Euro 5 oder gar Euro 6). Im Realbetrieb auf der Straße stießen die Fahrzeuge dagegen ein Vielfaches der erlaubten Menge an Stickoxiden aus und verpesteten die Umwelt. Doch die getäuschten Kunden können sich wehren und Schadensersatz verlangen. Schließlich wurden sie beim Kauf des Fahrzeugs bereits über die Schadstoffwerte getäuscht. Hätten Sie die Wahrheit gewusst, hätten sie sich vermutlich für einen anderen Wagen entschieden. Alle Hintergründe zum Abgasskandal erfahren Sie hier.