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EA897 von Abgasskandal betroffen

Nachdem der Bundesgerichtshof seine Rechtsprechung im Abgasskandal im Juni 2023 verbraucherfreundlich angepasst hat, ist es für Käufer betroffener Fahrzeuge mit dem EA897 Motor nun deutlich einfacher geworden, ihren Schadensersatzanspruch durchzusetzen.

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Christian Rugen
Christian Rugen

Rechtsanwalt Christian Rugen ist Partner von HAHN Rechtsanwälte. Der Hamburger hat zahlreiche Grundsatzentscheidungen zu Gunsten von geschädigten Verbrauchern und Bankkunden erkämpft.

Welche Autos nutzen den Dieselmotor EA897?

Der VW-Motor EA 897 ist in zahlreichen Premium-Modellen von Porsche, Audi und VW verbaut. Zu den Audi-Modellen gehören der A4, A5, A6, A7 und A8 sowie die Modelle Q5 und Q7. Bei der VW-Tochter Porsche sind der Macan, der Cayenne II und der Panamera I mit diesem Diesel-Motor ausgestattet. Und bei VW selbst findet sich der Motor in den Modellen Amarok, Touareg II und Phaeton.

Den Motor des VW-Konzerns gibt es in den Ausführungen EA897 und EA897evo. Betroffene Fahrzeuge verfügen sowohl über die Abgasnorm Euro 5, als auch über die Abgasnorm Euro 6.

Das Kraftfahrt-Bundesamt hat zahlreiche verpflichtende Rückrufe für diese Modelle mit 3-Liter-Dieselmotoren angeordnet. In der Rückruf-Datenbank des KBA finden sich diese Rückrufe unter dem Code 23X6. Dabei wirft das Amt dem Volkswagen-Konzern die Nutzung von unzulässigen Abschalteinrichtungen vor, formuliert dies teilweise aber sehr zurückhaltend:

  • Entfernung unzulässiger Abschalteinrichtungen bzw. der unzulässigen Reduzierung der Wirksamkeit des Emissionskontrollsystems
  • Konformitätsabweichung Antriebssteuerungssoftware
  • Konformitätsabweichung von den Vorschriften des Anhang XVI, Abschnitt 4 der Verordnung (EG) Nr. 692/2008

Betroffen von den Rückrufen sind sowohl Euro 5, als auch Euro 6 Autos. Sie müssen in der Werkstatt ein Software-Update bekommen, mit dem die illegale Abschalteinrichtung (die den Stickoxid-Ausstoß auf dem Prüfstand reduziert) entfernt wird. Erfahrungen mit diesem Software-Update sind aber nicht immer positiv. Viele Fahrer berichten beispielsweise von einem anschließenden erheblichen Mehrverbrauch an AdBlue und vorzeitig ausfallenden Verschleißteilen.

Fahrzeuge mit Motor EA897 oder Ea897evo, die vom Abgasskandal betroffen sind:

Porsche: Cayenne II (Euro 5), Panamera I (Euro 5), Macan (Euro 6), Cayenne II (Euro 6)

VW: Phaeton (Euro 5), Touareg II (Euro 5), Amarok (Euro 6), Touareg II (Euro 6)

Audi: A4, A5, A6, A7, A8, Q5, Q7 (alle Euro 5); A4, A5, A6, A7, A8, Q5, Q7 (alle Euro 6)

Der EA 897 in Audi Modellen

Der EA897 Motor wird vorrangig in Diesel Modellen von Audi eingesetzt. Audi war zudem federführend in der Entwicklung dieses Motors. Eingesetzt wird der EA897 in allen größeren Diesel Modellen von Audi, vom A4 bis zum A8, sowie im Q5 und im Q7. Wichtig zu wissen ist dabei, dass jeweils immer die Euro 5 und die Euro 6 Versionen diesen Motor nutzen. Für diese Fahrzeuge gab es bereits zahlreiche Pflichtrückrufe durch das KBA. Bei den folgenden Fahrzeugen sind jeweils die Euro 5 und die Euro 6 Version zurückgerufen worden: A6, A7, A8. Bei den Modellen A4, A5, Q5 und Q7 jeweils die Euro 6 Versionen.

Der EA 897 in VW Modellen

Auch größere VW Modelle nutzen den EA 897, vorrangig der VW Touareg (Euro 5 und Euro 6), aber auch der VW Phaeton (Euro 5) und der VW Amarok (Euro 6). Für den Touareg mit der Abgasnorm Euro 6 gab es bereits einen Pflicht-Rückruf. Zudem wurde für diesen Modell schon mehrfach Schadensersatz zugesprochen. HAHN Rechtsanwälte konnte selbst schon zahlreiche positive Urteile bei diesem SUV erreichen.

Der EA 897 in Porsche Modellen

Sowohl der Cayenne, als auch der Panamera und der Macan von Porsche nutzen den EA897 und sind ganz konkret vom Abgasskandal betroffen. Pflichtrückrufe gab es bereits für den Macan 3.0 Liter mit der Abgasnorm Euro 6, für den Cayenne 3.0 Liter (Euro 6) und für den Cayenne 4.2 Liter (Euro 5).

So dreckig ist der EA897 wirklich!

Im April 2021 veröffentlichte die Deutsche Umwelthilfe aktuelle Testergebnisse. Dabei wurden Diesel von verschiedenen Herstellern im Realbetrieb auf der Straße getestet. Dabei war auch ein Audi A5 Sportback 3.0 TDI mit dem Motor EA897. Das Auto mit der Abgasnorm Euro 5 dürfte 180 mg/km Stickoxid ausstoßen. Bei 12 Testfahrten (9 RDE-Messungen, 3 NEFZ-Messungen) ergab sich ein durchschnittlicher Stickoxidausstoß von über 2.200 mg/km - 12 Mal mehr als erlaubt!

Urteil vom Oberlandesgericht Koblenz: Schadensersatz auch bei EA897

Der große Durchbruch im Diesel-Abgasskandal um den Motor des Typs EA897 kam am 05.06.2020 mit einem Urteil des OLG Koblenz (AZ: 8 U 1803/19), das HAHN Rechtsanwälte erlangen konnte. Nachdem Audi es unterließ, Revision einzulegen, ist das Urteil (das erste OLG Urteil gegen die Audi AG bezüglich der großen 3.0 Liter TDI Motoren) inzwischen rechtskräftig.

Das Gericht verurteilte die Audi AG zur Zahlung von Schadenersatz im Gegenzug zur Rückgabe des Diesel-Fahrzeugs - eines Audi SQ5 3.0 TDI V6 mit dem Motor EA 897 und der Abgasnorm Euro 6 (das Fahrzeug war Teil einer verpflichtenden Rückrufmaßnahme). Laut Klägerin enthält das Fahrzeug eine schnelle Motoraufwärmfunktion - das Gericht bestätigte, dass es sich dabei um eine unzulässige Abschalteinrichtung handelt. Die schadstoffmindernde schnelle Motoraufwärmfunktion würde nahezu nur im Prüfzyklus anspringen, während die Schadstoffminderung im realen Verkehr unterbleibe. Es sah den Tatbestand der vorsätzlichen sittenwidrigen Schädigung als gegeben an und sprach der Klägerin deshalb gemäß § 826 BGB Schadenersatz zu. Sie bekommt den von ihr aufgewendeten Kaufpreis erstattet, muss sich allerdings eine Nutzungsentschädigung für die gefahrenen Kilometer anrechnen lassen. Die Klägerin hatte das Fahrzeug finanziert und das Darlehen inzwischen bereits abgelöst. Die Audi AG wurde ebenfalls dazu verurteilt, ihr die Zinsen, die sie für das Darlehen aufgewendet hat, zu erstatten.

Im Rahmen der geschuldeten Naturalrestitution ist die Klägerin auch bei den Finanzierungskosten so zu stellen, als ob der Darlehensvertrag nicht abgeschlossen worden wäre. Ohne Abschluss des Kaufvertrages hätte die Klägerin keinen diesen finanzierenden Darlehensvertrag abgeschlossen und es wären keine Zinszahlungen angefallen.

Zum Urteil

Weitere Schadensersatz Urteile von Oberlandesgerichten zum EA897

Immer mehr Oberlandesgerichte verurteilen die Audi AG, die Porsche AG und die Volkswagen AG auch bei Dieseln mit manipulierten 3-Liter-Dieselmotoren zu Schadenersatz.

Hierzu gehören die Oberlandesgerichte Frankfurt, Karlsruhe, Hamm, Naumburg und Saarbrücken.

HAHN Rechtsanwälte gehört hinsichtlich der erlangten Urteile den EA897 Motor betreffend zu den erfolgreichsten Kanzleien.

Exemplarisch seien hier deshalb einige Beispiele für von uns erstrittene Urteile genannt:

Landgericht Köln: Schadensersatz für einen VW Touareg 3.0 V6 mit der Abgasnorm Euro 6. VW wird wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung verurteilt. Der Käufer hatte sich vor dem Kauf beim Hersteller VW und beim Händler versichern lassen, dass das Fahrzeug nicht vom Dieselskandal betroffen sei. Zwei Jahre später erfolgte der Pflichtrückruf durch das Kraftfahrt-Bundesamt. Das Auto geht zurück an den VW-Konzern. Der Kläger bekommt den Kaufpreis erstattet, muss sich jedoch eine Nutzungsentschädigung für die gefahrenen Kilometer anrechnen lassen.

Landgericht Nürnberg-Fürth: Der Audi A6 mit der Schadstoffklasse Euro 6 enthält laut Gericht eine unzulässige Abschalteinrichtung in Form einer schnellen Motoraufwärmfunktion. Nach einem Pflichtrückruf durch das Kraftfahrt-Bundesamt hatte das Fahrzeug bereits ein Software-Update bekommen. Der Audi Besitzer hat aufgrund der Abschalteinrichtung einen Schadensersatzanspruch und kann das Auto an den Hersteller zurückgeben. Den Kaufpreis bekommt er erstattet.

Landgericht Wuppertal: In dem Verfahren ging es um einen Porsche Cayenne, wobei sowohl Audi als auch Porsche angeklagt waren. Porsche verteidigte sich damit, den Motor nicht entwickelt und hergestellt zu haben, Audi damit, das betroffene Auto weder produziert noch verkauft zu haben. Das Gericht verurteilte beide als Gesamtschuldner! Die Klägerin kann den Wagen zurückgeben, muss sich aber für die gefahrenen Kilometer eine Nutzungsentschädigung anrechnen lassen. Da sie aber in drei Jahren nur 15.000 Kilometer gefahren war, fällt diese sehr niedrig aus. Im Endeffekt bekommt sie für ein drei Jahre altes Fahrzeug, das sie als Neuwagen für 81.000,00 Euro erworben hatte, nun 76.000,00 Euro zurück.

Landgericht Ulm: Besonderheit in diesem Fall war, dass der Kläger den betroffenen Porsche Macan schon weiter verkauft hatte. Er hatte das Fahrzeug für 70.000,00 Euro gekauft und für 42.000,00 Euro weiter verkauft. Da er den Wagen nicht zurückgeben kann, muss er sich diesen Verkaufserlös, ebenso wie einen Nutzungswertersatz für gefahrene Kilometer anrechnen lassen. Dennoch bekommt er vom Gericht letztendlich noch 17.000,00 zugesprochen. Ein Beispiel dafür, wie groß der Unterschied zwischen dem Verkaufserlös von betroffenen Fahrzeugen und dem zugesprochenen Schadensersatz sein kann.

Landgericht Potsdam: Die Porsche AG und die Audi AG werden bei einem Porsche Macan wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung zu Schadensersatz verurteilt. Die Klägerin, die das Fahrzeug finanziert hatte, kann sich aussuchen, wen sie in Anspruch nimmt. Sie bekommt gegen Rückgabe des Wagens ihre Anzahlung und alle bereits geleisteten Raten erstattet und muss das Darlehen nicht weiter bedienen.

Landgericht Krefeld: Das Landgericht verurteilte den Händler und die Porsche AG wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung zu Schadenersatz. Die Audi AG war ebenfalls angeklagt worden, wurde aber nicht verurteilt. Der Porsche Macan geht gegen Erstattung des Kaufpreises an den Hersteller zurück. Der Kläger muss sich eine Nutzungsentschädigung anrechnen lassen, bekommt aber zusätzlich auch deliktische Zinsen zugesprochen.

Setzen Sie auf die Erfahrung von HAHN Rechtsanwälte im Abgasskandal

HAHN Rechtsanwälte gehört zu den erfolgreichsten Kanzleien im Abgasskandal um den EA897. So konnte die Kanzlei das erste Urteil vor einem Oberlandesgericht in einem solchen Fall erreichen. Das Urteil des OLG Koblenz ist zudem schon rechtskräftig. Besonders viele positive Urteile konnten bei Porsche Modellen mit dem EA897 (Cayenne und Macan) erreicht werden, aber auch zum VW Touareg gibt es zahlreiche Urteile, sowie zu den verschiedenen Audi Modellen (A6, SQ5). Gerne prüfen wir - im Rahmen einer Erstberatung kostenlos und unverbindlich - die Betroffenheit Ihres Fahrzeugs. Fahren Sie einen Porsche, einen Audi mit 3.0 Liter Motor oder einen VW Touareg, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass in dem Fahrzeug der EA897 verbaut wurde. Zahlreiche Modelle sind von Pflichtrückrufen durch das KBA betroffen. Setzen Sie Ihre Ansprüche auf Schadensersatz mit unserer Hilfe durch!

BGH erleichtert Durchsetzung von Schadensersatzansprüchen

Im Juni 2023 passte der BGH seine Rechtsprechung an Urteile des Europäischen Gerichtshofs an und stellte fest, dass bereits beim fahrlässigen Einbau eine unzulässigen Abschalteinrichtung ein Anspruch auf Schadensersatz gegeben sein kann. Der Nachweis einer vorsätzlichen sittenwidrigen Täuschung entfällt hier. Das Auto kann zudem behalten werden, die Käufer können bis zu 15% des Kaufpreises als Schadensersatz erhalten.