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Der EA898 V8 Motor im Abgasskandal

Auch 4.0 und 4.2 Liter Motoren sind vom Abgasskandal betroffen. Der V8 Motor EA898 wird im VW Touareg, im Porsche Panamera, im Porsche Cayenne und in den Audi Modellen A8, SQ7 und SQ8 eingesetzt.

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Christian Rugen
Christian Rugen

Rechtsanwalt Christian Rugen ist Partner von HAHN Rechtsanwälte. Der Hamburger hat zahlreiche Grundsatzentscheidungen zu Gunsten von geschädigten Verbrauchern und Bankkunden erkämpft.

Welche Modelle nutzen den Dieselmotor EA898?

Der EA898 ist ein von Audi entwickelter Motor. Er tritt die Nachfolge des V8 4.2 Liter TDI an. Der EA 898 wurde ab 2016 in mehreren Oberklasse Modellen von VW, Audi, Porsche und Bentley eingebaut. Die Fahrzeuge verfügen angesichts ihres Produktionszeitraumes alle über die Abgasnorm Euro 6. Da sich die V8 Motoren nicht mehr mit neuen Zulassungsbedingungen vereinbaren ließen, wurde der Motor 2020 bereits wieder aus dem Programm genommen.

  • Porsche Panamera II 4.0L V8 (Produktion 2017 wieder eingestellt)
  • VW Touareg III 4.0L V8 (Produktion 2020 eingestellt)
  • Audi SQ7 4.0L V8 (Produktion 2020 eingestellt)
  • Audi SQ8 4.0L V8 (Produktion 2020 eingestellt)
  • Audi A8 4.0L V8 (Produktion 2020 eingestellt)
  • Bentley Bentayga 4.0L V8 (Produktion 2019 wieder eingestellt)

Erster Pflichtrückruf für Diesel mit dem EA 898 Motor

Angesichts der wenigen Diesel, die den EA898 Motor nutzen und der kurzen Produktionszeit ist es erstaunlich, dass es im Abgasskandal bereits den ersten Pflichtrückruf gibt. Im November 2019 wurde ein durch das Kraftfahrt-Bundesamt angeordneter Pflichtrückruf für den Porsche Panamera 4.0 Liter mit der Abgasnorm Euro 6 bekannt - mit dem Motor EA898. Laut KBA erfolgt der Rückruf aufgrund einer Konformitätsabweichung bezüglich der AES/BES Dokumentation und einer nicht hinreichenden Langzeitemissionsstabilität. Naheliegend ist, dass es sich bei dieser Erklärung um eine freundliche Umschreibung für eine unzulässige Abschalteinrichtung handelt. Porsche selbst erwähnt diesen Rückruf in einem Atemzug mit den anderen Rückrufen zum Motor EA 897 (Abgasnorm Euro 5 und Euro 6), die der Hersteller im Abgasskandal durchführen muss. Eingetragen ist der Rückruf unter dem Code AKB0. Betroffen sind weltweit über 3.000 Fahrzeuge, davon in Deutschland knapp 1.000. Der Hersteller musste die V8 Diesel in die Werkstatt holen, damit diese dort ein Software-Update bekommen können.

Was tun bei einer Einladung in die Werkstatt?

Haben Sie ein Schreiben von Porsche, bzw. vom Kraftfahrt-Bundesamt bekommen, in dem steht, dass für Ihren Diesel ein Software-Update vorliegt? Dann sollten Sie genau schauen, ob es sich um einen Pflichtrückruf oder eine freiwillige Maßnahme handelt. Denn letztere können Sie ablehnen, während beim Ignorieren eines Pflichtrückrufs die Stilllegung drohen kann. Doch warum sollte man das Update überhaupt ablehnen, schließlich ist es doch kostenlos? Nun, je mehr Fahrzeuge dieses Update im Rahmen des Abgasskandals bekommen, desto mehr negative Erfahrungen werden bekannt. Über eine nachlassende Leistung oder Probleme mit dem Motor wird berichtet. Solange Ihr Porsche nur freiwillig in die Werkstatt gebeten wird, raten wir daher dazu, das Update nicht durchführen zu lassen.

Chance auf Schadensersatz auch bei größeren Motoren

Im Juni 2023 zeigte sich der BGH endlich einmal verbraucherfreundlich und folgte der Einschätzung des Europäischen Gerichtshofs, dass schon durch den fahrlässigen Einbau einer unzulässigen Abschalteinrichtung ein Anspruch auf Schadensersatz besteht. Somit haben es Käufer manipulierter Diesel nun wesentlich einfacher, eine Entschädigung durchzusetzen. Das Fahrzeug kann dabei behalten werden, der Schadensersatz beträgt zwischen 5% und 15% des Kaufpreises.

In der Vergangenheit mussten Betroffene dem Hersteller eine vorsätzliche sittenwidrige Schädigung nachweisen, um ihren Schadensersatzanspruch nach § 826 BGB durchsetzen zu können. Porsche, Audi und Volkswagen wurden aus genau diesen Gründen bereits mehrfach verurteilt. So konnte HAHN Rechtsanwälte selbst schon zahlreiche Urteile hinsichtlich manipulierter Fahrzeuge der Typen VW Touareg, Porsche Macan, Porsche Cayenne, Audi A6, Audi SQ5 und anderer erreichen. Das Fahrzeug geht dabei zurück an den Hersteller. Dieser muss den Kaufpreis abzüglich einer Nutzungsentschädigung erstatten.